BachSpace; Montage: rbb
Bild: Neue Meister

Kammermusik - "BachSpace"

Das Album "BachSpace" präsentiert eine Wanderung durch neue Klangräume, die sich öffnen, wenn die Musik von Johann Sebastian Bach mit modernen Computern und Elektronik interpretiert wird.

Metamorphosen

Schon Bach selbst hat seine Werke immer wieder bearbeitet. Später waren es vor allem Mendelssohn Bartholdy, Reger und Busoni, die mit ihren Anverwandlungen die Musik des Thomaskantors mit neuem Leben erfüllt haben. In der Tradition dieser Komponisten, aber auch mit den sehr freien Jazz-Bearbeitungen des französischen Pianisten Jacques Loussier im Ohr, lassen Tamar Halperin, Etienne Abelin und der Sounddesigner Tomek Kolczynski musikalische Metamorphosen entstehen. Mit einem Instrumentarium aus Klavier, Violine und Computer bereitet das Trio die Musik von Johann Sebastian Bach für das 21. Jahrhundert auf.

Konstellationen

Themen und Motive aus verschiedenen Präludien sowie Sonaten für Violine und Cembalo wurden für dieses Album zunächst in herkömmlicher Weise aufgenommen und anschließend mit Computersoftware zu neuen Klängen und Klangflächen bearbeitet. Aus der Verschmelzung der originalen Musik mit den verfremdeten Klängen entstehen sogenannte  "constellations", drei- oder vierteilige Arrangements,  in denen anfangs noch das originale Material erkennbar ist.

Am Ende aber hat eine vollständige Verwandlung stattgefunden - aus einem barocken "Largo" wird ein "Lago". In diesen musikalischen "Klang-See" können die Zuhörerinnen und Zuhörer tief eintauchen und wohltuende musikalische Meditationen erleben, gleichzeitig sorgen die originalen polyphonen Strukturen für ein intellektuelles Hörvergnügen.

Interpretationen

Für die Pianistin Tamar Halperin ist Johann Sebastian Bach der Schöpfer der "bedeutendsten Musik, die je geschrieben wurde. Musik, ohne die die Welt nicht komplett wäre."  Diese von Respekt und Liebe zu Bach geprägte Einsicht bedeutet für die jungen Musiker aber ganz offensichtlich nicht, in Ehrfurcht zu erstarren und die Originale wie Heiligtümer unberührt zu lassen.

Im Gegenteil, Bach wird hier mit traditionellen Instrumenten und moderner "Musiktechnologie" neu interpretiert - dem Thomaskantor würde ganz sicher gefallen, wie auf dieser CD aus seinen zeitlosen musikalischen Ideen neue Klänge entstehen.

Hans Ackermann, kulturradio

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