Britten& Hindemith: Violinkonzerte, © Pentatone
Bild: Pentatone, Montage: rbb

CD-Kritik - Benjamin Britten/Paul Hindemith: Violinkonzerte

Bewertung:

Auf seiner bereits zweiten CD seit Amtsantritt in Berlin widmet sich Vladimir Jurowski der überfälligen Kombination zweier Violinkonzerte, die beide im Jahr 1939 komponiert wurden.

Sowohl Brittens wie Hindemiths Violinkonzert standen im Zeichen einer bevorstehenden (oder bereits vollzogenen) Ausreise aus ihrem jeweiligen Heimatland. Beide Werke erfreuen sich keiner übermäßigen Beliebtheit (obwohl sie zum Repertoire von Jahrhundertgeigern wie Yehudi Menuhin bzw. David Oistrach zählten).

Wunderbares Orchester, persönlichkeitsarme Solistin

Das RSB – in einer goldenen Mitte aus Transparenz und Farbintensität – macht unter Jurowski eine ausgezeichnete Figur. Ja, Orchester und Dirigent sind der Grund dafür, wenn man den Aufnahmen Referenzcharakter zubilligen darf. Die Solistin Arabella Steinbacher nimmt sich derweil stark zurück, zuweilen beinahe, als handele es sich um Instrumentalkonzerte mit obligater Geige. (Da höre man einmal Maxim Vengerov mit Hindemith! oder Janine Jansen mit Britten...) Im Ton eher weißlich, nie zu schön, selten zu unschön, gibt sich die Solistin persönlichkeitsarm. Das mag dem Konzeptcharakter dieser Werke nützen – und in sich bereits eine Position darstellen. Es bestätigt indes erneut den Eindruck, dass diese CD vom Orchester her interessanter ist als unter dem Aspekt von – nachträglichen – Virtuosenkonzerten.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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