Juan Diego Flórez: Mozart © Sony
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Gesang - Juan Diego Flórez: Mozart

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Auf seiner neuen CD singt der peruanische Tenor Juan Diego Flórez Arien von Mozart: ein Komponist, mit dem er bislang nicht eben aufgefallen ist. Kann er das überhaupt?  

Auf seiner neuen CD singt der peruanische Tenor Juan Diego Flórez Arien eines Komponisten, mit dem er bislang kaum aufgefallen war. Von Mozart sang Flórez – abgesehen von Arien im Konzert – bislang nur eine kleinere Rolle in "Mitridate" (1998 unter Christophe Rousset). Und hat jetzt nahezu alles zusammengetragenen, was für sein Fach überhaupt da ist. Alle Tenor-Hits also aus "Don Giovanni", "Così", "Titus", "Idomeneo" und sogar aus "Entführung" und "Zauberflöte". (Hinzu kommen "Il re pastore" und die Konzertarie "Misero! O sogno... Aura che intorno spiri".)

Historische Aufführungspraxis

Wir hören: einen offensiv lyrischen, weich schmelzenden, sprachlich idiomatischen Mozart-Tenor der italienischen Schule. Bei Spitzentönen (die zuweilen ein wenig flackern) lehnt er sich ordentlich aus dem Fenster. Die hohen Noten werden als Haupttrümpfe ausgespielt, so wie Flórez dies im Belcanto gelernt hat; freilich nicht zu sehr. Auffällig ist das ausgiebige Verzieren der Wiederholungen. Auch hat er sich in Riccardo Minasi einen Spezialisten der historischen Aufführungspraxis engagiert (und mit dem Orchestra La Scintilla die superbe Barocktruppe des Opernhauses Zürich).

Heißsporn in der Warteschleife

Sogar sein Deutsch ist passabel (obwohl er zu Hause in Wien mit Ehefrau Julia Trappe nur Englisch und Spanisch spricht). Kritisch könnte man einwenden, dass sein Don Ottavio hier weniger der entscheidungsschwache Schluffi ist, den wir sonst kennen; sondern eher ein Heißsporn in der Warteschleife. Und dass sein Titus dieselbe Gesundheit, dasselbe Ungestüm, ganz ähnliche Liebhaber-Qualitäten ausstrahlt wie Ferrando oder die Belcanto-Rollen von Rossini und Donizetti, für die Flórez berühmt geworden ist.

Musterschüler

Das sind eher Bagatellen. Auf der Bühne, so sagt Flórez, würde er durchaus einmal Titus oder Idomeneo singen. Warum nicht? (Wenn Villazón landauf, landab Mozart singen darf, so darf es Flórez noch viel mehr.) Er erweist sich als der Musterschüler und Primus unter den Tenören – auch wenn sein Mozart gut, aber nicht unbedingt zwingend ist. Eine Kann-Lösung. Und das ist viel angesichts der außerordentlich langen Anreise, welche Flórez auf dem Weg hierher hinter sich gebracht hat.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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