The Last Island © Delphian Records
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Kammermusik von Peter Maxwell Davies - The Last Island

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Die letzten 40 Jahre seines Lebens hat der 2016 gestorbene britische Komponist Peter Maxwell Davies auf der Orkney-Insel "Sanday" verbracht. Unter dem Eindruck der rauen Insellandschaft im Norden Schottlands sind die meisten Kompositionen dieser CD entstanden.

Das Titelstück des Albums "Last Island" ist ein expressives Streichsextett aus dem Jahr 2009, weitere Werke präsentieren in unterschiedlichen Besetzungen ein "Best of" der Kammermusik von Maxwell-Davies aus dem Zeitraum 1990 bis 2016.

Hebriden

Beim "Hebrides Ensemble" mit seinem künstlerischen Leiter William Conway sind diese komplexen Kammermusikwerke in den besten Händen, denn  Conway und Maxwell-Davies haben seit den frühen 1990er Jahren immer wieder intensiv zusammengearbeitet. Viele der hier aufgenommen Werke wurden für das insgesamt acht Musikerinnen und Musiker umfassende Ensemble - dass sich nach der Inselgruppe der Hebriden, nordwestlich von Schottland benannt hat - geschrieben.

Orkneys

Maxwell-Davies selbst ist Anfang der 1970er Jahr in den äußersten Norden Großbritanniens auf die Orkney-Insel "Sanday" gezogen. Dort hatte der 2016 verstorbene Avantgardist stets eine gute Sicht auf Meer, Felsen und Brandung - eindrückliche Naturerscheinungen, die in den komplexen Klangstrukturen seiner Kammermusik höchst sublim verwoben sind.

Streichtrio

Herausragend sicherlich das  "Streichtrio" aus dem Jahr 2008,  aber auch das innige "Lullaby" für Cello und Violine oder die beiden "Nocturnes" für Klavierquartett  - Beispiele zeitgenössischer  Klangkunst, die sich beim aufmerksamen Hören nicht nur intellektuell, sondern durchaus auch sinnlich vermittelt.

Vermächtnis

Bis zuletzt hat Maxwell-Davies für das Hebrides Ensemble komponiert, durch den Tod des Komponisten im März 2016 ist sein letztes Streichquartett aber unvollendet geblieben. Ein Satz daraus beendet dieses bemerkenswerte Album mit Klängen, wie sie vielleicht nur in der rauen Landschaft der schottischen Inselwelt erdacht werden konnten.

Hans Ackermann, kulturradio

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