Franz Schubert: Forellenquintett - Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov
Bild: Deutsche Grammophon; Montage: rbb

CD-Kritik - Franz Schubert: Forellenquintett

Bewertung:

Ein entbehrliches Erzeugnis der Geschenkartikelindustrie.

Sie habe Daniil Trifonov schon eine ganze Weile "gestalkt", bevor es zu dieser Begegnung kam, sagt Anne-Sophie Mutter auf einem offiziellen Begleit-Interview auf Youtube. Die Idee kam "spontan", folgert sie. Leider passen die beiden großen Musiker wenig genug zusammen. Und als Anlass für das Treffen zweier Superstars ist Schuberts "Forellen-Quintett" gewiss denkbar ungeeignet. Wie dem besagten Video zu entnehmen ist, haben Mutter und Trifonov bei den Aufnahmesitzungen gut und lebendig mit den Stipendiaten der Mutter-Stiftung, darunter Maximilan Hornung, zusammengespielt. Davon ist in der Abmischung der CD leider so wenig übrig geblieben, dass das Ganze eher wie ein Duo mit obligatem Begleit-Trio klingt.

Theatralisches Aufdrehen

Dem superfeinen, weichen und klingelig-klangvollen Anschlag Trifonovs setzt Mutter das für sie typische, immer maniriertere Bühnen-Espressivo entgegen. Ein theatralisches Aufdrehen des Tons also, das auch vor übermäßigem Sich-in-die-Brust-Werfen, Vogelzwitschern, Schluchzen und gelegentlichem Schmieren nicht halt macht. Auf dem Cover nähert sie sich dem am Boden lagernden Trifonov bäuchlings – und im Abendkleid. Fotos im Innenteil des Booklets beweisen, dass auch Fotoshop gelernt sein will. Ein entbehrliches Erzeugnis der Geschenkartikelindustrie.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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