Franco Fagioli: Händel-Arien: Montage: rbb
Bild: DG

CD-Kritik - Franco Fagioli: "Händel Arias"

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Auf seinem bereits sechsten Solo-Album singt der argentinische Countertenor Franco Fagioli Arien aus Opern von Georg Friedrich Händel. Begleitet wird er vom Ensemble Il pomo d'oro.

In den bislang zwölf Jahren, in denen Fagiolis Karriere sich abspielte, hat die Stimme ein wenig an Spannkraft und jugendlichem Metall verloren. Stattdessen sind einige Manierismen aufgetaucht, die umso stärker ins Gewicht fallen, als die Stimme niemals die vom Timbre her schönste war; dazu klingt sie zu faserig, flusig und herb. Eine leicht tantenhafte Empörung, mit maliziös hochgezogener Braue, scheint aus etlichen dieser Arien zu sprechen. Auf die Dauer kann einem das ein Durchhören des Albums verleiden.

Das Ensemble Il pomo d’oro begleitet solide, aber nicht sonderlich temperamentvoll. So dass hier zwar das populärste, aber keineswegs originellste oder beste Album dieses Sängers anzuzeigen ist. Freilich, die Flut heutiger Countertenöre hat uns verwöhnt. Eine irgendwie geartete Priorität indes mag man der CD (anders als im Fall der Porpora- und Caffarelli-Alben von Fagioli) kaum zugestehen.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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