Romantische Viola-Sonaten © Naxos
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CD-Kritik - "Romantische Viola-Sonaten"

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In den romantischen Werken von Onslow, Mendelssohn Bartholdy und Kalliwoda erweist sich die Viola schon im frühen 19. Jahrhundert als ausdrucksstarkes Soloinstrument.

Eine Oktave höher klingend als das Cello, eine Quinte tiefer gestimmt als die Geige, übernehmen die Violen im Orchester traditionell die mittlere Stimmlage. In solistischen Werken, wie sie auf dieser CD versammelt sind, wird der Ton- und Klangumfang einer Bratsche allerdings deutlich in beide Richtungen erweitert.

Freudig

Georges Onslows Sonate op. 16, Nr. 1 ist ursprünglich für Violoncello und Klavier geschrieben. Die freudige Ausstrahlung des ersten Satzes dieser sonnigen Kammermusik nimmt in der Bearbeitung für die Bratsche sogar noch zu.

Melancholisch

Die herbe Melancholie ihres Instruments führt Hiyoli Togawa dann in der c-Moll-Sonate für Viola und Klavier von Mendelssohn Bartholdy vor. Das kammermusikalische Meisterwerk präsentiert den Komponisten im Schlusssatz "Andante con variazioni" als Meister der musikalischen Variation.

Intensiv

Im präzisen Zusammenspiel mit der amerikanischen Pianistin Lilit Grigoryan schliesst Hiyoli Togawa ihre gelungenes Album mit Kalliwodas "Sechs Nocturnes" für Viola und Klavier ab. Auch hier wird die Musik noch einmal hautnah präsentiert, ganz so als würde man den beiden Musikerinnen im kleinen, häuslichen Kreis zuhören dürfen. Dieses Klangkonzept  wurde zweifellos mit einer nahen Mikrofonierung realisiert. Dadurch werden sämtliche Details, aber auch Streich- und Atemgeräusche vernehmbar, was der Aufnahme aber nur zusätzliche Intensität verleiht. 

Holz und Erde

György Ligeti hat den Bratschenton allgemein einmal als nach "Holz, Erde und Gerbsäure" duftend beschrieben. Dieser Ton wird hier auf einem erlesenen Instrument aus der Werkstatt des Mailänder Geigenbaumeisters Paolo Antonio Testore (1690-1760) erzeugt.

Hans Ackermann, kulturradio

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