Robert Schumann: Streichquartette Nr. 1–3; Montage: rbb
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Kammermusik - Robert Schumann: Streichquartette Nr. 1–3

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Drei Streichquartette hat Robert Schumann im Sommer 1842 komponiert – und seiner Frau Clara als klingendes Geburtstagsgeschenk überreicht.        

Als ein "grosses Entzücken" beschreibt Clara Schumann ihre Gefühle über dieses besondere Geschenk zu ihrem 23. Geburtstag. Drei innige Werke, die in Schumanns sogenanntem "Kammermusikjahr" zugleich die Geschichte des Streichquartetts in der Deutung des Komponisten widerspiegeln.

Analyse

Akribisch hat Schumann seine Quartette über mehrere Jahre vorbereitet, hat dafür die grossen Vorbilder von Beethoven, Mozart und Haydn studiert und analysiert. Entsprechend dicht ist das stimmliche Geflecht – Kanons und Fugen, allesamt in moderner "Schumann-Harmonik". Musik, die nach oben strebt, Gedanken ans Licht befördern will.

Kostbarkeiten

Im "Stradivari Quartett" spielen nur der erste Geiger Xiaming Wang und die Schweizer Cellistin Maja Weber tatsächlich auf Stradivari-Instrumenten. Die Viola des Bratschisten Lech Antonio Uszynski stammt dagegen aus der Werkstatt von Hendrick Willems, gebaut im Jahr 1690. Der zweite Geiger, Sebastian Bohren, hat gerade seine bisherige Stradivari "King George" gegen eine nicht weniger kostbare Guadagnini-Geige getauscht.

Die eigentliche "Währung" bei Streichinstrumenten aber ist die Vielfalt der Klangfarben. In dieser Hinsicht wird auf dem Album im Zusammenspiel der vier Instrumente ein geradezu unermesslicher Reichtum vorgeführt.

Visionär

Schumanns Streichquartette liegen bei diesem Ensemble buchstäblich in den besten Händen. Die Interpreten bringen Schumanns immer noch jugendliche Freude zum Ausdruck, geben aber auch Einblicke in seine tiefe Gedankenwelt.

Auf kostbaren Instrumenten, allesamt in Meisterwerkstätten um das Jahr 1700 gebaut, wird jede klangliche Nuance herausgearbeitet, hervorragend im "Assai agitato" des dritten Quartetts, das stellenweise wie eine moderne Klangcollage wirkt – obwohl es diese Form zu dieser Zeit in der Musikgeschichte eigentlich noch gar nicht gibt.

Hans Ackermann, kulturradio

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