"1900 – Chormusik zwischen Romantik und Moderne"; Montage: rbb
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Chormusik - Wiener Kammerchor: "1900 – Chormusik zwischen Romantik und Moderne"

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"1900 – Chormusik zwischen Romantik und Moderne" heißt die CD, die der Wiener Kammerchor unter der Leitung von Michael Grohotolsky herausgegeben hat.

Auf der CD wurde Chormusik zusammengestellt, die in der Wende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert entstanden ist, die also um 1900 komponiert wurde.

In dieser Zeit war gesellschaftsgeschichtlich viel los und auch in der Musik entwickelte sich Neues. So entstand ein faszinierendes stilistisches Nebeneinander von Romantik, Moderne, Impressionismus und Nationalen Schulen.

Diese Vielfalt zeigt sich auch in der vorliegenden Auswahl an Chorwerken. Da wir es hier nicht nur mit deutschsprachiger Literatur zu tun haben, sondern die meisten Lieder aus weiten Teilen Europas stammen, kann man auf der CD auch viel entdecken.

Stilistisch vielseitig

Quasi als Motto steht am Beginn der CD ein Chor von Aleksander Skrjabin: die 1900 entstandene "Hymne an die Kunst", die eine A-cappella-Bearbeitung des Schlusschors aus seiner 1. Sinfonie ist.

Außerdem ist Frankreich vertreten (mit Maurice Ravels, Jules Massenet und Claude Debussy), Großbritannien ist mit Frederick Delius, Hubert Parry und Edward Elgar dabei, dazu Leoš Janáček, der mährische Komponist, Joseph Suk, der Tscheche, Schweden ist durch Wilhelm Stenhammer vertreten, Finnland durch Toivo Kuula, Österreich durch Hugo Wolf und Anton Webern sowie Deutschland durch Max Reger.

Bestechender Chorklang

Der Wiener Kammerchor ist ein halbprofessioneller Chor, der seit über 20 Jahren der Musikhochschule in Wien angeschlossen ist. So singen hier etliche Musikstudenten mit, die natürlich Voraussetzungen mitbringen, die sich ein Laienchor normaler Weise erst erarbeiten muss.

Der Chor singt sowohl a cappella-Literatur als auch Opern und Oratorien, und er liebt zeitgenössische Musik. Er hat schon etliche CDs herausgegeben und für den Rundfunk produziert. Der Wiener Kammerchor steht also in Österreich an vorderer Stelle.

Seit 10 Jahren leitet Michael Grohotolsky den Chor. Er legt mit großem Erfolg besonderen Wert auf den Chorklang, auf den sich außerdem das betont harmonische Miteinander des Chores auswirkt.

Absolute Empfehlung!

Der Wiener Kammerchor besitzt einen tragenden, warmen und wandelbaren Klang. Er klingt immer homogen und hat eine große dynamische Bandbreite zur Verfügung. Auch sonst stimmt hier alles, wie die Artikulation, die Diktion und die Aussagekraft.

Auf dieser CD sind unterschiedliche stilistische Werke vereint – der Chor kommt mit allen bestens zurecht. Auch die Partien der Chorsolisten überzeugen, denn hier singen Sängerinnen und Sänger, die professionelle Qualitäten mitbringen.

Es ist wirklich eine große Freude, diesem Chor zuzuhören. Diese CD ist eine absolute Empfehlung!

Astrid Belschner, kulturradio

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