Anita Rachvelishvili: "Anita"; Montage: rbb
Bild: SONY

Oper - Anita Rachvelishvili: "Anita"

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Auf ihrem CD-Debüt bei der Sony singt die georgische Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili unter anderem Arien von Bizet, Verdi, Saint-Saens und Rimski-Korsakoff – Rollen, mit denen sie international berühmt geworden ist.

Als die georgische Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili vor vier Jahren in der "Zarenbraut" an der Berliner Staatsoper für enormes Aufsehen sorgte, befand die (gleichfalls mitwirkende) Anna Tomowa-Sintow schlicht: "Eine Weltstimme." Inzwischen singt Rachvelishvili von der Scala bis zur Met nur noch an allerersten Häusern – meist Carmen, Amneris oder Azucena.

Für ihre Debüt-CD stand sie vor der Aufgabe, ihre Riesen-Stimme so zu bändigen, dass sie von Mikrophonen überhaupt eingefangen werden kann. (Daran sind nicht wenige Sängerinnen mit entsprechend überdimensionierten Sopranen oder Mezzosopranen in schon gescheitert; weshalb zum Beispiel Astrid Varnay oder Deborah Polaski nie eine echte Schallplattenkarriere vergönnt war.) Rachvelishvili wurde bei den Aufnahmesitzungen hinter dem Orchester positioniert.

Die georgische Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili, 2018; © Gregory Regini / Sony Classical
Bild: Gregory Regini/SONY

Eine epochale Stimme

Für die Carmen, ihre häufigste Bühnen-Rolle, mag sie eigentlich zu maternell und wehrhaft reif klingen. Amneris wiederum, die sie 2018 im Rahmen einer Gesamtaufnahme unter Riccardo Muti aufnehmen soll, fehlt auf dieser CD. In allen hier gebotenen Rollen indes, ob als Azucena (die sie im Mai an der Deutschen Oper Berlin singen wird), ob als Dalila, Charlotte oder Santuzza, macht Rachvelishvili einen enorm kunstfertigen, ja raffinierten Gebrauch von ihren Mittel.

Hier wird nicht einfach 'draufgehalten' oder mit Phonstärken geprunkt; obwohl geröhrt und gefeuert wird, wo es nötig scheint. Es ist ein sozusagen 'karamellisiertes Brustregister', in dem die Stimme beheimatet ist. Ohne Rauhigkeit, Schrundigkeit oder übermäßige Aggressivität.

Einziger Nachteil dieser im Grunde großartigen CD: Die richtige Lautstärke zu finden (ohne mehrfach nachregeln zu müssen), stellt für den Hörer eine eigene Herausforderung dar. Ansonsten: eine epochale Stimme, eine musikalisch sehr klug gestaltete CD. – Wer nicht jeden Kurswechsel an der Opernbörse kennen muss, sondern nur da hinschaut, wo eine Aktie richtig durch die Decke geht, dem sei zugerufen: Hier ist so ein Fall. Auffallend gut.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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