"Anna Stephany: Black Is The Colour"; Montage: rbb
Bild: Alpha Classics

Kammermusik - Anna Stephany: "Black Is The Colour"

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Lieder aus aller Welt hat Luciano Berio in den 1960er Jahren für seinen Zyklus "Folk Songs" verarbeitet. Maurice Ravel porträtiert in seinen "Histoires naturelles" dagegen Schwäne und Eisvögel.

Mit tiefen Gesangstönen, beinahe wie in einem amerikanischen Gospelsong, beginnt das Album. Die französisch-britische Mezzosopranistin Anna Stéphany wird beim Titelstück "Black is the color" von rauen Geigenklängen begleitet – fast wie die Fiddle, zu der das Lied in den nordamerikanischen Appalachen seit Jahrhunderten erklingt.

Folksongs

Elf solcher Volkslieder hat Luciano Berio in den 1960er Jahren für seine Frau, die Sopranistin Cathy Berberian, bearbeitet. Jetzt singt Anna Stéphany mit ihrem klaren Mezzosopran diese Songs aus den Blauen Bergen, aber auch aserbaidschanische Liebeslieder oder die "Motettu de Tristura" aus Sardinien.

Klangmalereien

Auf Berios Kunst-Volkslieder folgt exquisite französische Klangmalerei: Maurice Ravels "Histoires Naturelles" – fünf Porträts nach Texten von Jules Renard, der sich ironisch-melancholisch mit Pfauen, Schwänen und dem wunderschönen Eisvogel "Le Martin-Pecheur" beschäftigt hat. Eine "blaue Blume" nennt der Dichter den Vogel, den Ravel mit farbigen Klängen durch die Lüfte schwirren lässt – beinahe so, als sei der kleine Eisfischer mit im Raum.

Liebeslieder

Zum Abschluss und Höhepunkt des Albums singt Anna Stéphany "Psyché" von Manuel de Falla. Dieser Liebesmythos von Amor und Psyché hat viele französische Komponisten fasziniert. Manuel de Falla aber ist mit dem Lied 1924 ein kleines Meisterwerk gelungen: für Mezzosopran, Flöte, Violine, Viola, Violoncello und Harfe, das Instrument, das auf diesem Album von Julie Palloc äusserst virtuos gespielt wird.

Hans Ackermann, kulturradio

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