"Anton Bruckner: Missa Solemnis"; Montage: rbb
Bild: Accentus music

Chormusik - Anton Bruckner: "Missa Solemnis"

Bewertung:

Der RIAS-Kammerchor hat zusammen der Akademie für Alte Musik, mit namhaften Solisten und unter der Leitung von Łukasz Borowicz die Missa Solemnis von Anton Bruckner als CD herausgegeben.

Bruckner hat im Stift St. Florian bei Linz seine Erziehung genossen und war dort später selber Lehrer, Musiker und Komponist. Hier hat er seine Missa solemnis komponiert. Es ist der Höhepunkt seiner Werke, die er hier geschrieben und aufgeführt hat.

Als er sich kurz darauf bei einem damals bekannten Musiktheoretiker, Simon Sechter, als Schüler bewarb, hat er diese Missa mitgenommen. Simon Sechter hat daran sofort das Talent von Bruckner erkannt – und ihn natürlich genommen.

"Die Mess hat's verdient"

Der Anlass für diese Komposition war die Inthronisation des Propstes Friedrich Mayr von St. Florian in Linz. Allerdings war Bruckner nach dem Gottesdienst und der Aufführung seines Werkes nicht zur Festtafel eingeladen worden. So ist er ins Wirtshaus gegangen, hat sich selber eine Tafel eindecken lassen, ein 5-gängiges Menü verspeist und mehrere Weine dazu getrunken. Und er hat gemeint "Die Mess hat's verdient"!

Danach hat er allerdings das Werk aus den Augen verloren …

Drei fremde Werke

In die Messe sind je ein Satz von Robert Führer, Joseph Eybler und Johann Baptist Gänsbacher eingefügt worden, denn Recherchen haben gezeigt, dass Bruckner diese drei Werke besonders gemocht hat. Er hat sie zum Teil auch in anderen Werken verarbeitet.

Auch in St. Floria wurden neben seiner Messe diese Sätze aufgeführt, denn das war ja kein reines Konzert, sondern ein Gottesdienst. Deshalb wurde die Missa solemnis auch bei dieser CD-Produktion mit den fremden Einschüben aufgenommen – und es fügt sich alles so harmonisch zusammen, als wenn Bruckner sein Werk um diese andern Sätze herum komponiert hätte.

Hörgenuss

Es ist eine klangschöne und stimmige Aufnahme geworden, denn hier sind unter der Leitung des polnischen Dirigenten Łukasz Borowicz Spitzenkräfte vereint. Die Solisten, das Orchester und dieser außergewöhnliche Chor – hier stimmt einfach alles.

Der Chor singt klangvoll, tragend, dynamisch flexibel, vorbildlich in Diktion und Artikulation. Und alles ist immer im Fluss. Die Solisten und das Orchester ordnen sich dem Chorklang zu, entfalten sich aber dennoch individuell.

So ist diese CD für alle Chorfans eine unbedingte Empfehlung!

Astrid Belschner, kulturradio

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