Juillard String Quartet © Sony
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CD-Kritik - Juilliard String Quartet: "The Complete Epic Recordings 1956-66"

Bewertung:

In einer elf CD-Box sind die frühen Aufnahmen des legendären Juilliard Quartet jetzt erstmals gesammelt auf CD erschienen. Die Aufnahmen stammen 1956 – 66, also aus der Frühzeit dieser Formation. Sind diese alten Aufnahmen trotzdem noch hörenswert

Das Juilliard Quartett, das bis heute existiert, war das erste genuin amerikanische Streichquartett von Rang. Gegründet 1946, war es ursprünglich als Lehr-Streichquartett für Studenten der New Yorker Juilliard School gedacht; emanzipierte sich aber rasch von dieser inneruniversitären Funktion. (Hierdurch erklärt sich, weshalb man von früh an zahlreiche Besetzungswechsel stoisch ertrug; man hätte sich nicht einfach auflösen können...)

Von 1956 bis 1966 erlebte das Quartett eine erste Schallplatten-Hausse, und zwar bei dem seither untergegangenen Label "Epic Records". Ursprünglich auf Klassik und Jazz ausgerichtet – hier machten sowohl Leon Fleisher wie Count Basie ihre Aufnahmen –, konzentrierte man sich später auf Pop-Musik (unter anderem mit Michael Jackson). Mit den "Complete Epic Recordings 1956 – 66" des Juilliard Quartets lebt auch ein vergessenes Kapitel der Schallplattengeschichte wieder auf.

Großartig

Der Ton des Juilliard Quartets war nie sehr um Natürlichkeit bemüht – sondern eher artifiziell, sehr virtuos und jenseits aller mimetischen, europäischen Neigung zur Naturnachahmung. Genau das macht das Amerikanische des Quartetts aus. Dennoch steht man angesichts der lange vergriffenen Aufnahmen erstaunt vor der Tatsache, wie weich, beseelt und feinfühlig das Juilliard Quartet in diesen eher frühen Jahren noch war. Die Sammlung ist von schöner Geschlossenheit; trotzdem gibt es noch viel, was der Wiederveröffentlichung harrt, vor allem die ingeniösen Schumann-Quartette (aus den 60er Jahren, wo man auch mit Glenn Gould und Leonard Bernstein Klavier-Kammermusikwerke aufnahm). Diese Box, ohne Frage, repräsentiert rundweg einen Wiegendruck, eine Inkunabel der Streichquartett-Geschichte. Großartig.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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