Baroque Twitter; Montage: rbb
Bild: deutsche harmonia mundi

Alte Musik - "Baroque Twitter"

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Das ist ein Album für Genießer: Nuria Rial und Maurice Steger schwelgen gemeinsam in Arien aus Barockopern

Wenn die katalanische Sopranistin Nuria Rial oder der Schweizer Blockflötist Maurice Steger jeweils Soloalben veröffentlichen, ist das immer Grund zur Freude: Hohe Kenntnis im Umgang mit Alter Musik paart sich dabei mit Musikalität, Spielfreude und origineller Programmauswahl. Jetzt haben sich die beiden Ausnahmekünstler zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden und mit dem Kammerorchester Basel Arien aus Barockopern sowie Konzerte eingespielt.

Barockes Vogelgezwitscher

Musikalisch sind die beiden dem barocken Vogelgezwitscher auf der Spur und haben dazu acht Arien aus italienischen Barockopern des 18. Jahrhunderts ausgewählt, in denen textlich von der "verliebten Schwalbe", der "sangesfreudigen Nachtigall" oder einfach nur dem "anmutigen Vöglein" die Rede ist.

Die Komponisten – darunter Andrea Stefano Fiorè, Leonardo Vinci, Francesco Gasparini, Johann Adolf Hasse und andere – haben sich von diesen Texten inspiriert gefühlt, den Vogelsang auch im Vokal- und Instrumentalpart nachzuahmen. So finden sich darin wunderbar klangschöne Dialoge zwischen Sopran und Blockflöte (meist Flautino, der kleinsten Flöte dieser Instrumentenfamilie) bzw. Streichorchester. Auch wenn es keine der Opern je in das Repertoire schaffen wird, ist hier eine Arie schöner als die andere.

Nuria Rial; © Mercè Rial
Nuria Rial | Bild: Mercè RialBild: Mercè Rial

Twitter-Dreamteam

Dass man dieses Album als Hörer von A bis Z nur genießen kann, liegt in erster Linie an den exzellenten Hauptdarstellern. Nuria Rial betört mit ihrer reinen, warmen, an der Alten Musik geschulten Stimme, die scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit alle virtuosen Passagen und lichten Höhen bewältigt. Einfach herrlich!

Maurice Steger gibt dazu auf der Blockflöte seine instrumentalen "Kommentare" ab, auch hier sind bei makelloser Technik ganz wunderbare Ausdrucksnuancen zu vernehmen. Keiner der beiden drängt sich dabei in den Vordergrund, es ergibt sich ein idealer Dialog, den man immer wieder hören möchte. Das Kammerorchester Basel spielt dazu in einer kleinen, exklusiven Besetzung.

Ein Album für Genießer!

Bernhard Schrammek, kulturradio

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