Charles Gounod: Sacred Choral Music; Montage: rbb
Bild: Carus

Chormusik - Charles Gounod: Sacred Choral Music

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Die CD des Kammerchores "I Vocalisti" unter der Leitung von Hans-Joachim Lustig mit geistlicher Musik von Charles Gounod wurde anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten wieder aufgelegt.

Heute kennt man Charles Gounod eigentlich nur noch als Opernkomponisten, aber er hat auch unzählige geistliche Werke komponiert. Er hat sogar von einem Leben als Priester geträumt und sich eine Zeit lang "Abbé" genannt. Allerdings hat er nicht klerikal züchtig gelebt, sondern ist ständig fremdgegangen … So hatte auch die geistliche Komposition bei Charles Gounod einen hohen Stellenwert. Er hat immerhin 21 Messkompositionen hinterlassen, davon vier Requien, und auch die "Inno e Marcia Pontificale", die heutige Hymne des Vatikan, stammt aus seiner Feder.

Weil Charles Gounod ein sehr gläubiger Mensch gewesen ist, ging es ihm in der geistlichen Musik darum, das Wort musikalisch auszudrücken. Deshalb wollte er in der Kirchenmusik kein Virtuosentum und keine Effekthascherei, sondern schlichte Musik, die ausschließlich dem Wort dient. Er schuf lyrische Stimmungsmalereien und eine Fülle an sanglichen Melodien in romantischer und andächtiger Klanglichkeit. Die CD enthält die Messe breve Nr. 7 in C, die Messe breve Nr. 5 für Männerchor, die "Sieben letzten Worte Jesu am Kreuz", und vier kleinere Chorwerke.

Hell, transparent und frisch

Die Interpretationen des Kammerchores "I Vocalisti" unter der Leitung von Hans-Joachim Lustig treffen den Gounodschen Klang. Der Chor stammt aus Norddeutschland. Die 30 Sängerinnen und Sänger, die stimmlich ausgebildet sind, klingen professionell, obwohl dies kein wirklich professioneller Chor ist. Der Kammerchor hat bei verschiedenen internationalen Chorwettbewerben teilgenommen – und mehrfach erste Preise bekommen.

Der Chor ist in seiner Stimmgebung schlank geführt, klingt hell, transparent und frisch. Und er verfügt über eine große dynamische Spannweite, allerdings hört man manchmal im Fortissimo eine Stimme ein wenig heraus.

Alles klingt bestens studiert und nahezu intonationsrein. Außerdem fällt der Chor durch seine sehr gute Phrasierung, Diktion und Artikulation auf. Die Solisten gefallen mir nicht alle gleichermaßen gut. Dennoch: Alles in allem ist es eine überzeugende CD mit selten gespielter Literatur – eine Empfehlung für alle Liebhaber geistlicher Chormusik.

Astrid Belschner, kulturradio

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