Schumann - Sämtliche Werke für Violoncello; Montage: rbb
Bild: Naxos

Solist - "Schumann - Sämtliche Werke für Violoncello"

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Mit seiner Neueinspielung des Cellokonzertes von Robert Schumann sorgt der Berliner Cellist Gabriel Schwabe für einen Höhepunkt im "Cello-Jahr" 2018.

Zu Lebzeiten Schumanns wurde sein Cellokonzert vom Publikum wie auch von den Cellisten abgelehnt und deshalb erst Jahre nach seinem Tod uraufgeführt. Ehefrau Clara Schumann soll nach Roberts Tod 1856 gar die Absicht gehabt haben, die Noten des Mittelsatzes zu vernichten, weil sie "darin einen Beweis für Geisteskrankheit ihres Ehemannes" gesehen habe. Der Geiger und Freund Schumanns, Joseph Joachim, hat diesen Plan aber zum Glück verhindert, indem er ein Manuskript des Konzertes aufbewahrte.

Konzert

Gerade im Mittelsatz hat Schumann einen der schönsten Momente der Musikgeschichte geschaffen: ein kurzer Dialog zwischen dem Cello-Solisten und dem Solocellisten des Orchesters – für Gabriel Schwabe ein "Moment der vollkommenen emotionalen Offenbarung".

Ohne den romantischen Gefühlsausbruch zu überreizen, gestaltet Gabriel Schwabe die Passage innig und mit größter Hingabe an die romantische Klangwelt. "Das zarte, schwebende Pulsieren der Pizzicato-Triolen bildet den Hintergrund, vor dem das Cello mit den Bläsern in einen Dialog tritt, während es mit dem Solocello des Orchesters zu einer Stimme verschmilzt.", so Gabriel Schwabe.

Gabriel Schwabe, Cello; © Detlef Eden
Bild: Detlef Eden

Kammermusik

Auf das Konzert lässt der an der Berliner Universität der Künste und bei Frans Helmerson an der Kronberg Academy ausgebildete Cellist verschiedene kammermusikalische Duos mit dem Pianisten Nicholas Rimmer folgen. Darunter die "Fünf Stücke im Volkston op. 102" – eine der wenigen Originalkompositionen, die Schumann für diese Besetzung hinterlassen hat.

Zusätzlich präsentiert das Album Bearbeitungen der ursprünglich für Oboe und Klavier komponierten "Drei Romanzen op. 94", der "Fantasiestücke op. 73" und "Adagio und Allegro op. 70".

Instrument des Jahres 2018

Bei den Romanzen und beim abschließenden "Intermezzo" aus der FAE-Sonate erweist sich einer der besten deutschen Cellisten der jüngeren Generation auch als routinierter Bearbeiter originaler Partituren.

Insgesamt ist Gabriel Schwabes Album ein hervorragender Beitrag zur Diskografie des "Instruments des Jahres 2018".

Hans Ackermann, kulturradio

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