Charles Gounod: Intégrales des quatuors à cordes, Montage: rbb
Bild: Aparté

Kammermusik - Charles Gounod: Intégrales des quatuors à cordes (Sämtliche Streichquartette)

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Rare und entdeckenswerte Werke

Die ursprünglich drei, inzwischen auf fünf zahlenmäßig angewachsenen Streichquartette von Charles Gounod stellen eine Miszelle im Werk des "Faust"- und "Ave Maria"-Komponisten dar. Gounod war ein 'Quartalskammermusiker'. Die Herkunft der Werke auf dieser Doppel-CD ist meistenteils nicht einmal zu datieren. Früh sind sie wohl nicht, auch wenn man sie als Erbstücke der Aufenthalte Gounods in Wien und Berlin (bei Fanny Hensel, mit der er etwas befreundet war) darstellen mögen. Seinem Kollegen Camille Saint-Saens, dem er vermutlich Anfang der 90er Jahre davon erzählte, wagte er die Werke nicht zu zeigen, weil sie "schlecht" seien.

Melodienwert mit teilweise elegischem Einschlag

So viel Bescheidenheit ehrt einen Mann, der sich den von Haydn, Mozart und Beethoven errichteten Streichquartett-Standards ganz ersichtlich beugt und ihnen professionell gerecht zu werden versucht. Experimentelle Abweichungen von der Regel sind nicht zu verzeichnen. Stattdessen ist die stärker ausgeprägte Lyrik, auch der Melodienwert mit teilweise elegischem Einschlag, authentischer Ausdruck des historistischen 19. Jahrhunderts. Gerade das macht die Werke rar und entdeckenswert.

Eine ausnehmend schöne Entdeckung

Das Quatuor Cambini-Paris, 2007 gegründet und benannt nach dem französischen Streichquartett-Pionier Giuseppe Cambini, spielt auf "historischen Instrumenten"; das heißt hier: auf Streichinstrumenten des 19. (nicht des 18.) Jahrhunderts.Transparenz und Artikulation-Ideale schlagen atmosphärisch dicht und schön zu Buche. Eine – im Nachgang zum 200. Geburtstag Gounods – ausnehmend schöne Entdeckung.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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