Habet acht! © MDG
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Chormusik - "Habet acht!"

Bewertung:

In dieser Doppel-CD singt die "Neue Detmolder Liedertafel" Chormusik von Albert Lortzing und Robert Schumann.

Von beiden Komponisten ist Musik anderer Genre wesentlich bekannter als ihre Chormusik - allerdings werden Schumanns Chorlieder heute noch mehr gepflegt als die von Albert Lortzing.

Chormusik als Gelegenheitskomposition

Der in Berlin geborene Komponist ist heute vor allem als Opernkomponist populär. Seine Chorlieder sind Gelegenheitslieder und Lieder, die er zum Gelderwerb komponiert hat. Es sind Jagdlieder, Festgesänge, scherzhafte Gesänge u.ä.

Detmold und Lortzing

Die "Neue Detmolder Liedertafel" mit ihren 13 professionellen Sängern ist das richtige Ensemble für diese Lieder. Es hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den Archiven schlummernde Literatur für Männerchor aufzuarbeiten - und dazu gehören natürlich auch die Chorlieder von Albert Lortzing, der ja auch in Detmold gewirkt hat. Allerdings hatte Lortzing die Stadt schon wieder verlassen, als 1842 die erste Detmolder Liedertafel gegründet worden ist.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Albert Lortzing ist dann die "Neue Detmolder Liedertafel" ins Leben gerufen worden - ein Kammerchor aus Gesangsprofis, der es überzeugend versteht, diese Chorlieder zu neuem Leben zu erwecken.

Überzeugende Interpretationen

Die Gegenüberstellung der Lieder für Männerchor von Albert Lotzing und Robert Schumann wäre nicht nötig, macht aber Spaß. Letztlich unterscheiden sich die Lieder der beiden Komponisten nur wenig …

Der Chor singt mit klarer, runder Stimmgebung, fast immer homogen und differenziert. Die Musik fließt und es wird durchdacht akzentuiert und phrasiert. Das Bestechende an den Interpretationen sind die Leuchtkraft, die Vielfarbigkeit im Klang, sowie die packende und textnahe Diktion.

So versteht es der Chor, den Charakter der jeweiligen Lieder auszudrücken und dabei die Zuhörer mitzureißen. Dabei bieten die mit Klavier oder Hornquartett begleiteten Lieder eine zusätzliche Abwechslung.

Es ist eine sehr zu empfehlende Doppel-CD.

Astrid Belschner, kulturradio

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