Inventions © Harmonia Mundi
Bild: Harmonia Mundi

Streichquartette - "Inventions"

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Aufgenommen in Berlin – Das in Spanien beheimatete Cuarteto Casals startet auf CD einen neuen Zyklus mit sämtlichen Beethoven-Streichquartetten. Hält diese erste Lieferung, was der gute Name verspricht?

Der neue Zyklus sämtlicher Beethoven-Streichquartette durch das großartige Cuarteto Casals vermeidet die übliche Gruppierung in "Frühe", "Mittlere" und "Späte Streichquartette". In dieser ersten 3 CD-Lieferung reiht man stattdessen Werke aus allen Phasen (darunter das erste und letzte Streichquartett, außerdem die Nrn. 3, 4, 7 und 12 plus Beethovens Arrangement der 9. Klaviersonate).

Die Rasumowsky-Quartette dagegen werden auseinandergerissen. Der Titel "Inventions" ist nicht unbedingt zwingend, denn Beethoven, so könnte man sagen, war in allen seinen Werken erfinderisch.

Bezwingend dagegen der lässige Drive, das tänzerische Hinfliegen und die Lockerheit bei genauester Ausführung der Details. Hier gibt es keinerlei dogmatisches oder heldisches Versteifen. Keine Rechthaberei, sondern mehr musikantisches Aufs-Ganze-Gehen als gewohnt.

Die klangliche Grundhaltung ist weich und warm, gelegentlich von schöner Spröde und sogar Herbheit. In den oberen Lagen stellt ein leichtes Schleifen und Quietschen den – vielleicht nicht ganz folgerichtigen – Tribut an die historische Aufführungspraxis dar. Mit historischen Bögen geht man zwar etwas kurzbogiger zu Werke als sonst. Zu Darmsaiten aber hat man sich nicht entschließen können – genauso wenig wie alle anderen renommierten Streichquartette (außer dem Quatuor Mosaiques und dem Eroica Quartet, die aber weniger bekannt sind).

Fragt sich nur, ob die grellen Spitzentöne bei alten Saiten überhaupt so entstehen würden...?

Trotz dieser möglichen, leichten Inkonsequenz eine köstliche, sich von anderen Darstellungen (etwa des Artemis Quartetts) wohltuend abhebende Deutung. Es ist ein weiterer, in Berlin entstehender Beethoven-Zyklus. Hier nämlich wird er aufgenommen (im Teldex-Studio), und hier ist er (im Kammermusiksaal) in Etappen auch immer wieder live zu hören. Schon jetzt eine State of the Art-Referenzaufnahme.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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