Peter Tschaikowsky: Sämtliche Opern und Opern-Fragmente; Monatge: rbb
Bild: hänssler Classic

Oper - Peter Tschaikowsky: Sämtliche Opern und Opern-Fragmente

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Peter Tschaikowsky gehört zu den berühmtesten russischen Komponisten, und auch einige seiner Opern sind überall auf der Welt populär. Genauer gesagt, zwei: "Eugen Onegin" und "Pique Dame". Jetzt ist eine Box beim Label hänssler herausgekommen, die sämtliche Opern präsentiert – auf 22 CDs.

Es gibt acht vollständige Opern von Tschaikowski, einige davon wahrlich zu Recht vergessen, bei anderen wundert es mich, dass sie nicht häufiger auf den Bühnen zu finden sind, wie etwa die "Jungfrau von Orleans", eine "Schiller"-Oper im Fahrwasser der Pariser Grand Opera mit Ballett, großen Chören, Duetten und kaum einer langweiligen Minute. Sie ist hier zu finden neben Raritäten wie dem "Leibwächter", der "Zauberin" und den "Pantöffelchen". Ja sogar die Opern-Fragmente hat hännsler aufgetrieben! Endlich kann der Tschaikowsky-Fan die erhaltenen Noten aus dem "Vojewoden", "Undine" und "Mandragora" hören. Abgerundet wird das Ganze – als wäre das nicht genug – durch die Schauspielmusiken zu "Schneeflöckchen" und "Hamlet".

Viele Aufnahmen in entsetzlicher Qualität

Grund zum Jubeln, sollte man denken. Doch weit gefehlt – die hier versammelten historischen russischen Gesamt-Aufnahmen (meist kommen sie vom Ensemble des Bolschoi-Theaters) der 1930er bis 60er Jahre sind in einem sehr unterschiedlichen Zustand auf die CD gekommen.

Manches (weniges!) erstaunlich klar und kristallin, wie die "Pantöffelchen". Anderes ist selbst für Rausch-Hust-und Knister-Kummer gewöhnte Klassik-Fanatiker kaum zu ertragen. Das sind größtenteils – verzeihen Sie das harte Wort – saumäßig aufbereitete Schellack-Aufnahmen.

Ausgerechnet "Pique Dame" und "Eugen Onegin" sind kaum anhörbar. Es gibt Edinsonsche Rollen der Jahrhundertwende, die dagegen klingen wie Kunstkopf-Stereo. Angesichts dieser entsetzlichen Qualität habe ich mich gefragt, was man eigentlich tun muss, um Schellacks so unwürdig zu präsentieren. Das scheint mir gar nicht so einfach zu sein. Der Kopfhörer und die Anayse am Computer zeigt es – hier wurden alte Langspielplatten mit analogen Schellack-Umschnitten noch einmal umgeschnitten. Das entspricht – um es höflich auszudrücken - nicht mehr den Standards des 21. Jahrhunderts.

Doch der Preis – 50,00 Euro bei 22 CDs – samt der schönen Idee, hier den kompletten Opern-Tschaikowsky in authentischen Aufnahmen zu präsentieren, besänftigt den Zorn des Kritikers etwas. Netter Versuch, dennoch wäre es schön, genau diese Box noch einmal, meinetwegen fürs doppelte Geld zu gekommen – dann bitte mit professionell restaurierten Aufnahmen.

Matthias Käther, kulturradio

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