Schubert: "Wanderer"; Montage: rbb
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Lieder - Schubert: "Wanderer"

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Auf seinem bereits dritten Solo-Recital, hellwach begleitet von Daniel Heide, singt der Bariton Andrè Schuen Schubert-Lieder rund um das Thema "Wanderer" und präsentiert sich damit als interessanter Neuzugang zum Mittelfeld also – was heute im Liedgesang viel bedeutet!

Der in Südtirol geborene Bariton Andrè Schuen gehört der ersten Generation von Liedersängern an, die nicht mehr von Dietrich Fischer-Dieskau ausgebildet oder geprägt wurden. (Schuens Lieblingssänger sind eher Bryn Terfel und Piero Cappuccilli, sein Lied-Lehrer war Wolfgang Holzmair.) Auf seinem bereits dritten Solo-Recital, hellwach begleitet von Daniel Heide, singt er Schubert-Lieder rund um das Thema "Wanderer"; worunter natürlich noch weit mehr Titel fallen würden als "Der Musensohn", "Im Frühling", "Abendstern", "An den Mond" etc.

Ein resonanter, warm timbrierter, nicht allzu üppiger Bariton

Die Stimme des 34-Jährigen ist ein resonanter, warm timbrierter, nicht allzu üppiger Bariton von schönem Aplomb und ausgezeichneter Textverständlichkeit. Mehr noch, Schuens Weg zum Erfolg zeigt sich gerade darin, dass er nicht nur textdeutlich singt, sondern auch inhaltlich hinter den Texten steht und mit ihnen etwas anzufangen weiß. Also: Kein Fremdeln, kein sich Wegducken, wenn es heißt: "Der stumpfe Bursche dreht sich/das steife Mädchen dreht sich" (im "Musensohn"). Dies versteht man nicht nur, sondern man nimmt es dem Sänger auch ab. Noch mehr Farben würden ihm sicherlich zufallen, wenn er noch stärker in die Texte vordringt.

Interessanter Neuzugang zum Mittelfeld

Ein leichter, sprachlicher Akzent mag auf die italienischen (bzw. ladinischen) Wurzeln zurückzuführen sein. Obwohl die Stimme nicht so luxurierend oder gar erotisch ist wie die von Thomas Allen (oder vom jungen Matthias Goerne), kommt Schuen weiter als etliche seiner gegenwärtigen Mitbewerber (etwa Benjamin Appl oder Tenor Mauro Peter). Interessanter Neuzugang zum Mittelfeld also – was heute im Liedgesang viel bedeutet! Mit Aufstiegsmöglichkeiten nach ganz oben (also in jenen Rang, der etwa von Christian Gerhaher besetzt ist).

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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