Bomsori Kim Violinkonzerte
Bild: Warner Classics; rbb-Montage

CD-Kritik - Bomsori Kim: Violinkonzerte

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Die koreanische Geigerin Bomsori Kim spielt Violinkonzerte von Wieniawski und Schostakowitsch. Beide Werke wurden einst in Sankt Petersburg uraufgeführt.

Mit den Werken von Wieniawski und Schostakowitsch hat sich die koreanische Geigerin Bomsori Kim für ihr CD-Debüt zwei "Sankt Petersburger Konzerte" ausgesucht:  mehr als 10 Jahre lang war Henryk Wieniawski ab 1860 Sologeiger am Hof des Zaren in Sankt Petersburg. Dort wurde 1906 auch Dmitri Schostakowitsch geboren

Virtuos

Die koreanische Geigerin hat in den letzten Jahren bei zwei bedeutenden Wettbewerben jeweils den 2. Preis gewonnen: beim ARD-Musikwettbewerb in München und im Jahr 2016 beim renommierten Wieniawski-Wettbewerb in Posen.

Flexibel

Beide Konzerte wurden mit einem zeitlichen Abstand von rund 100 Jahren in Sankt Petersburg uraufgeführt. Von ihrem Anspruch her sind die Werke kaum vergleichbar: Wieniawskis Violinkonzert Nr. 2  ist ein strahlendes, spätromantisches Konzert, für die eigene Virtuosität komponiert, Schostakowitsch dagegen hat - mit der "Passacaglia" im langsamen Satz des ersten Violinkonzertes - ein nachdenkliches Meisterwerk des 20. Jahrhunderts geschaffen.

Konzentriert

Bomsori Kim, die derzeit ihr Studium an der New Yorker Juilliard School abschließt, überzeugt bei beiden Konzerten, die für sie "sehr verschieden", zugleich "sehr wichtig" seien. Überragend ist nicht nur das Geigenspiel der Solistin, sondern auch das präzise Zusammenspiel mit dem Orchester -  zweifellos auch ein Verdienst des Chefdirigenten der Warschauer Philharmoniker, Jacek Kaspzyk, der sein Orchester bei beiden Werken mit höchster Konzentration und klanglicher Neugierde leitet.

Entrückt

Bomsori Kim präsentiert modernes Geigenspiel ohne Schwulst, erscheint auf dem CD-Cover allerdings als entrückte Waldfee mit Geige - trotz Blümchen, Vögelchen und Schmetterlingen bleibt die vorzügliche Geigerin mit ihrer kostbaren Guadagnini von 1774 musikalisch aber zum Glück auf dem Boden.

Hans Ackermann, kulturradio

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