Boris Tschaikowsky - Kammermusik; Montage: rbb
Bild: Naxos

Neue Musik - Boris Tschaikowsky - Kammermusik

Bewertung:

Nicht verwandt mit dem berühmten Namensvetter aus Sankt Petersburg, hat sich der 1925 in Moskau geborene Boris Tschaikowsky einen vorzüglichen Ruf als Komponist zeitgenössischer Musik erarbeitet.

1996 ist Boris Tschaikowsky in Moskau gestorben. Anders als sein berühmter Namensvetter ist er bis heute außerhalb Russlands kaum bekannt. Aus seinem umfangreichen  kammermusikalischen Werk präsentiert die CD eine hörenswerte Auswahl.

Kammermusik mit Cello

Im Mittelpunkt steht das Cello und hier glänzt der britische Cellist Christopher Marwood mit der frühen "Suite für Solocello" aus dem Jahr 1946. Bei der "Sonate für Cello und Klavier" von 1957 ist Marwood dann im Duo mit der Pianistin Olga Solovieva zu hören, das einige Jahre zuvor entstandene "Klaviertrio" ergänzt der armenische Geiger Haik Kasazyan.

Professoren

Alle drei Musiker sind Professoren an renommierten Musikhochschulen. Die Pianistin lehrt dabei am Moskauer Gnessin-Institut. Dort hat auch Boris Tschaikowsky studiert, unter anderem bei Dmitri Schostakowitsch. Dessen Freund, dem Cellisten Mstislav Rostropowitsch, hatte Tschaikowsky 1946 seine Solosuite gewidmet. Voll des Lobes für den jungen Kompositionsstudenten meinte Rostropowitsch seinerzeit: "Er ist ein Genie, bei dem man sich als Cellist nur bedanken kann."

Temperament und Gefühl

Die eingespielten Werke bieten temperamentvolle, in den langsamen Sätzen höchst lyrische Kammermusik: wunderschön das "Largo" aus der Cello-Sonate, verträumt die "Aria" aus der Solo-Suite.

Besser als mit diesem beim russischen Rundfunk in Moskau aufgenommenen Album kann man einen vielseitigen, dennoch weitgehend unbekannten Kammermusik-Komponisten kaum würdigen.

Hans Ackermann, kulturradio

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