Eugene Zádor: "The Plains of Hungary" © Naxos
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Orchester - Eugene Zádor: "The Plains of Hungary"

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In hervorragender Aufnahmequalität präsentiert das exzellente Orchester der ungarischen Eisenbahn sinfonische Musik des Komponisten Eugene Zádor.

Eugene Zador wurde 1894 im ungarischen Bátaszék als Jenö Zádor geboren. Den Vornamen "Eugene" hat er sich im amerikanischen Exil gegeben und ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1977 in Hollywood beibehalten.

Exil

Die nationalsozialistische Verfolgung der jüdischen Komponisten in Europa hatte Zádor 1939 über Frankreich nach New York emigrieren lassen. Von dort gelangte er nach Kalifornien, wo Zador ab 1940 Musik für den Film, aber auch für den Konzertsaal geschrieben hat. Die CD präsentiert eine Auswahl sinfonischer Werke, die in den1960er und 1970er Jahren abseits der Filmmusik entstanden sind.

Lehrjahre

Sein Handwerk als Komponist hatte Zádor in Wien bei Max Reger erlernt, einer der besten Kompositionslehrer des frühen 20. Jahrhunderts. Später hat Zádor selbst am Wiener Konservatorium unterrichtet, gleichzeitig konnte er sich in den 1920er Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Komponist erarbeiten. So hat etwa Wilhelm Furtwängler mit  den Berliner Philharmonikern Werke von Zádor aufgeführt, seine Opern wurden in den grossen Häusern Wiens und Londons gespielt.

Heimweh

In Briefwechseln mit seinem Freund und Landsmann Bela Bartok - quer durch den nordamerikanischen Kontinent, denn Bartok hat sein Exil in New York bis zu seinem Tod 1945 nicht mehr verlassen - hat auch Zádor immer wieder sein Heimweh zum Ausdruck gebracht. Und so bildet das Titelstück "The Plains of Hungary" das Zentrum einer musikalischen Reise durch die ungarische Tiefebene - rund 80 Minuten der Ruhe und klanglichen Schönheit, meisterhaft orchestrierte spätromantische bis moderne Klänge, die in ihrer Bildhaftigkeit den versierten Filmkomponisten erkennen lassen.

Eisenbahn

Verantwortlich für den sinfonischen Wohlklang sind die hervorragenden Streicher und Bläser des 1945 gegründeten Orchesters, das heute als "Budapest Symphony Orchestra MAV" firmiert. Die Abkürzung "MAV" steht dabei für "Magyar Államvasutak" - womit  die staatliche Eisenbahngesellschaft Ungarns als Träger dieses exzellenten Orchesters gemeint ist.

Hackbrett

Innerhalb des vorzüglichen Ensembles nimmt Kalman Balogh noch einmal eine besondere Stellung ein: als Cimbalom-Solist spielt er Zádors Hommage an das ungarische Folkloreinstrument, die "Rhapsody für Cimbalom und Orchester", mit der Eugene Zádor dem ungarischen Hackbrett 1969 ein oppulentes Werk gewidmet hat.

Hans Ackermann, kulturradio

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