Gioachino Rossini: Stabat mater © Sony Classical
Bild: Sony Classical

Gesang - Gioachino Rossini: "Stabat mater"

Bewertung:

Der Chor des Bayerischen Rundfunks hat zusammen mit namhaften Solisten und dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Howard Arman das "Stabat Mater" von Gioachino Rossini als CD herausgegeben.

Eigentlich ist Rossini ja schlechthin als Opernkomponist bekannt. Doch nach seinem spektakulären Abschied aus der Opernwelt hat er noch kleinere Werke und zwei große geistliche Werke komponiert: das "Stabat Mater" und die "Petite Messe sollenelle".

Und natürlich sind diese Werke auch durch seinen Opernverstand geprägt. Auch das "Stabat Mater" ist dramatisch gestaltet und es gibt eine tief empfundene Textausdeutung und eine dramatische Entwicklung in allen Musikteilen. Und natürlich wusste Rossini auch für Sing-Stimmen zu schreiben, denn das hatte er in seinen 39 Opern ausgiebig durchgetestet. Und er wusste, wirkungsvoll und eindringlich zu komponieren. So hat er in seinem "Stabat Mater" auch Teile gestaltet, bei denen er alles auf die Madrigalform reduziert hat, wo also Solisten und Chor a cappella singen, damit der Text noch deutlicher wird.

Bitte nicht verlegen!

Komponiert hat er das "Stabat Mater" zunächst für einen spanischen Stadtrat und Priester, der gerne eine Partitur von ihm besitzen wollte und diesen Wunsch mit einer großzügigen Geldgabe unterstrichen hat. Allerdings konnte der Maestro aus gesundheitlichen Gründen das Werk nicht zum vereinbarten Zeitpunkt völlig fertigstellen und hat deshalb vier Nummern von einem Schüler beigesteuert, was er wohl bei der Übergabe nicht erwähnt hat. Wohl aber hat er darauf bestanden, dass diese Partitur nicht veröffentlicht werden sollte!

Als nun ein französischer Verleger die Partitur erworben hatte und zu veröffentlichen gedachte, hat sich Rossini aufgeregt und prozessiert. Er wolle jeden Verleger, der sich erdreiste, das Werk ohne seine Erlaubnis irgendwo auf der Welt zu verlegen, bis zum Tod verfolgen, hat er erbost verkündet.

Aber er hatte inzwischen das Werk fertig gestellt und die Nummern des Schülers durch eigene Kompositionen ersetzt – und dann das Werk selber verlegt. Der französische Verleger durfte schließlich die Teile des Schülers herausgeben.

Die Uraufführung am 7. Januar 1842 in Paris wurde zu einem triumphalen Erfolg, ebenso die späteren Aufführungen unter der Leitung von Donizetti in Bologna.

Klangschön und ausgewogen

Diese CD-Aufnahme ist eine Interpretation auf ganz hohem Niveau – klangschön und ausgewogen zieht sie einen wirklich in den Bann und spricht einen ganz tief in der Seele an. Wenn die Musik noch italienischer, also lockerer fließen und strömen würde, wäre das ein Sahnehäubchen auf der ansonsten sehr gelungenen Interpretation.

Astrid Belschner, kulturradio

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