Jean Philippe Rameau: Nais, Montage: rbb
Bild: Glossa

Oper - Jean-Philippe Rameau: Naïs

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Die Oper Naïs war der Versuch des Pariser Impresarios Rameau, die Gunst des Königs Ludwig XV. zurückzuerobern.

Rameaus Oper "Naïs", eine seiner friedensseligeren "Pastorale héroiques" (kürzer auch als die großen Tragédie-lyriques) kam heraus im Geburtsjahr Goethes (1749) und war der Versuch eines Pariser Impresarios, die Gunst des Königs Ludwig XV. zurückzuerobern. Es gelang auch. Der König wird in dem Werk indirekt mit Jupiter verglichen. Der Erfolg war so groß, dass man zwölf Wochen en suite durchspielen konnte. Für eine Wiederaufnahme 1764 schuf gar François Boucher das Bühnenbild.

Eine fulminante Rückmeldung der ungarischen Alte Musik-Szene

Der ungarische Alte Musik-Dirigent György Vashegyi hat – anders als früher bei ungarischen Produktionen üblich – eine internationale Besetzung verpflichtet: mit Reinoud van Mechelen (Neptune), Florian Sempey (Jupiter) und der perlmuttstimmigen Chantal Santon-Jeffery in der Titelrolle der Nymphe Naïs. Diese wird im Verlauf der Handlung von Neptun in sein Reich auf dem Meeresgrund geführt. Einer früheren (zu britisch ausgeglichenen) Aufnahme unter Nicholas McGegan ist die Neueinspielung, auch aufgrund ihres viel tänzerischeren Charakters, unbedingt überlegen. Es ist die fulminante Rückmeldung der ungarischen Alte Musik-Szene zum Spitzenfeld der französischen Barockmusik. Superb!

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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