Leonard Bernstein: The Pianist; Montage: rbb
Bild: SONY

Klavier - Leonard Bernstein: "The Pianist"

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Am 25. August 2018 jährt sich der Geburtstag Leonard Bernsteins zum 100. Mal. Aus der Vielzahl der Wiederveröffentlichungen auf dem CD-Markt empfiehlt sich eine kleine Box ganz besonders.

Zum 100. Geburtstag des Dirigenten, Komponisten und Alleskönners Leonard Bernstein muss sich, wer alles haben will, entweder zur Anschaffung einer 121-CD-Box bei der Deutschen Grammophon oder einer 100-CD-Box bei der Sony bequemen. Wer schon etliches im Regal stehen hat oder aber Entdeckungen machen will, für den könnte die 11-CD-Box "Leonard Bernstein – The Pianist" eine schöne Alternative sein.

Mit Aufnahmen von 1946 bis 1974 zeigen sie den großen Umarmer, Luftspringer und Schwitzer als Solisten, Begleiter und Kammermusiker – in jeder Rolle, die das Klavier hergibt. Und zwar gänzlich unverschwitzt. Als Pianist favorisierte Bernstein oft unbekanntere Werke (wie hier die Klaviersonate von Copland und Klavierstücke von Blitzstein und sich selbst). Er begleitete Sänger wie Fischer-Dieskau bei frühen Mahler-Liedern, Christa Ludwig bei Brahms und Jennie Tourel bei Duparc, Rachmaninoff und Satie – vielfach Komponisten, für die er sich sonst nicht sehr interessierte. Der Stil ist ähnlich eruptiv und impulsiv wie man dies von ihm erwartet.

Doch während Bernstein bei den Klavierkonzerten von Mozart und Schostakowitsch (vom Klavier aus dirigiert!) und ebenso bei den lange vermissten Aufnahmen mit dem Juilliard Quartet stets diszipliniert im Rahmen bleibt, findet er als Lied-Begleiter eine Freiheit und Selbstständigkeit, die man manchem heutigen Kollegen wünschen würde. Bernstein missversteht den Klavierpart nicht so, als wäre dieser dazu da, dem Sänger nur einen roten Teppich auszurollen. Er agiert als dialektischer und dialogischer Widerpart. Goldrichtig.

Insgesamt entwickelte sich Bernstein (nachdem seine Pianisten-Laufbahn am Curtis Institut in Philadelphia alles andere als berühmt losgegangen war) so gut, dass Arthur Rubinstein ihn als "The greatest pianist among conductors" bezeichnen konnte. Die kleine Box belegt dies. Sie füllt etliche Lücken.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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