"The Sound of Weimar" Franz Liszt: Die Orchesterwerke im Originalklang; Montage: rbb
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Orchester - Franz Liszt – "The Sound of Weimar". Die Orchesterwerke im Originalklang

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In einer Box mit neun CDs sind jetzt die Orchesterwerke von Franz Liszt, darunter sämtliche Sinfonische Dichtungen, neu erschienen, und zwar im "Originalklang" von einem historisch informierten Ensemble.

Wer wüsste schon, wie viele Sinfonische Dichtungen Franz Liszt eigentlich komponiert hat? – Es sind 13 an der Zahl; fast alle vollendet in der Zeit zwischen 1843 und 1861, als Liszt Kapellmeister in Weimar war.

Der Titel der 9-CD-Box mit den gesammelten Orchesterwerken (einschließlich Faust- und Dante-Sinfonie sowie Transkriptionen) ist mit "The Sound of Weimar" trotzdem irrig gewählt. Denn man denkt unwillkürlich an die Weimarer Republik. (Man darf vielleicht Liszt auf Weimar, nicht aber Weimar auf Liszt reduzieren.) Den Titel behielt man bei, weil frühere Teilveröffentlichungen dieses Sets (bei NCO, Alpha und cpo) mehrfach preisgekrönt waren.

Echte Bereicherung

Liszts Orchesterwerke – zum Teil auch wegen der "Abgedrehtheit" ihrer Themen, z. B. "Die Hunnenschlacht", "Von der Wiege bis zum Grabe" oder "Die Ideale" – waren stets Stiefkinder des Repertoires. Zwar gibt es mehrere Gesamtaufnahmen (von Haitink, Masur und Plasson), aber keine auf historischem Instrumentarium des 19. Jahrhunderts. Genau dies bietet aber der österreichische Dirigent Martin Haselböck.Die Stücke klingen bei ihm entmilitarisierter, defensiver, betrachtender und zugleich experimenteller.

Haselböcks Orchester Wiener Akademie ist raubeiniger, grobwandiger, aber weniger asthmatisch als man es sonst gelegentlich von der historischen Aufführungspraxis kennt. Kurz: Wem die schrittweise Veröffentlichung der seit 2010 in Liszts Geburtsort Raiding entstandenen Aufnahmen entgangen war – so wie mir –, für den stellt diese Box eine echte Bereicherung dar. Sie fordert gleichsam: Gerechtigkeit für Franz Liszt.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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