"Mendelssohn Bartholdy: Sommernachtstraum, Walpurgisnacht, Infelice"; Montage: rbb
Bild: Praga

Historische Aufnahmen - Felix Mendelssohn Bartholdy: "Ein Sommernachtstraum"; "Die erste Walpurgisnacht"; "Infelice"

Bewertung:

In dieser CD wurden historische Aufnahmen zusammengeführt, die nicht nur thematisch gut zusammen passen, sondern die auch vom Geist der Interpretation her miteinander korrespondieren.

Die Firma Praga Digitals hat es sich zur Aufgabe gemacht, wertvolle alte Aufnahmen technisch zu bearbeiten und neu zu verlegen - was ja an sich schon sehr verdienstvoll ist. Aber besonders zu loben ist, dass sie sich auch dieser drei Mendelssohn-Aufnahmen angenommen hat.

Diese alten Aufnahmen wurden nur sehr vorsichtig und seriös bearbeitet – vor allem sind sie digitalisiert worden. Eigentlich ist sogar noch das Bandrauschen zu hören …

Masur und Mendelssohn

Kurt Masur hat das klassisch-romantische Repertoire geliebt und besonders gut beherrscht. Diesbezüglich wird immer von der "unerreichten Kernkompetenz" gesprochen, was man beim Hören dieser Aufnahmen nur bestätigen kann.

Und der Leipziger Dirigent hat sich unermüdlich für die Werke von Mendelssohn eingesetzt. Er hat immer betont, dass Mendelssohn unterschätzt und "heruntergemindert" werde. So hat er nicht nur oft und gerne Werke dieses Komponisten dirigiert, sondern sich auch in seinem Leipziger Umfeld für ihn eingesetzt: Er hat mit seiner Frau zusammen die Mendelssohn-Foundation gegründet und sich für das Mendelssohn-Haus in Leipzig engagiert – das letzte Haus, in dem Mendelssohn gelebt hat –, das nun ein Museum ist und zu dem auch eine Mendelssohn-Akademie gehört, die seit 2008 verschiedene Kurse anbietet. Hier war Kurt Masur der Präsident.

Intensiv und klar

So spielt hier nicht nur das authentische Orchester am authentischen Ort, sondern Kurt Masur hat es auch verstanden, diese Musik eindringlich klar und ohne romantische Übertreibungen zu musizieren. Bemerkenswert ist auch die Intensität, mit der alle dabei sind. So sprechen einen diese Interpretationen wirklich an und ziehen einen in den Bann.

Und das betrifft natürlich auch die Münchner Aufnahme! Wirklich großartig! Schön wäre gewesen, wenn das Booklet auch in Deutsch und ohne Tipp-Fehler gewesen wäre. Und wenn man mehr über die Geschichte dieser Aufnahmen hätte erfahren können. Und wenn die Tracks ordentlich getrennt worden wären – und ohne Knackser. Aber das sind technische Kritikpunkte, die der künstlerischen Qualität keinen Abbruch tun.

Astrid Belschner, kulturradio

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