Johann Sebastian Bach "Brandenburgische Konzerte", Concerto Copenhagen; Montage: rbb
Bild: cpo

Barockorchester - Johann Sebastian Bach "Brandenburgische Konzerte"

Bewertung:

Eine Einspielung des musikalischen Dauerbrenners vom Concerto Copenhagen: Man kann es heute besser machen und so etwas muss nicht mehr sein!

Bachs "Brandenburgische Konzerte" sind ein musikalischer Dauerbrenner. Jedes Barockorchester, das auf sich hält muss sie anscheinend einspielen. So auch Concerto Copenhagen, obwohl es gerade in den letzten Jahren vielvergessene Barockmusik aufgeführt hat, die es sich zu entdecken lohnt. Aus diesem Fundus hätte man sicher auch etwas Spannendes heben können, aber ich hab auch etwas den Verdacht, dass sich die Brandenburgischen natürlich weit besser verkaufen …

Bisweilen an der Schmerzgrenze

Bei dieser Doppel-CD ist es schon so, dass man, je länger man reinhört, je intensiver, desto unzufriedener wird man. Es gibt etliche Sätze, die gut an anhörbar sind, aber auch einige, die es nicht sind. Da fallen eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten in der Interpretation auf.  

Zuallererst fehlt die Leichtigkeit. Es klingt alles etwas schwerfällig, was man von heutigen Alte-Musik-Ensembles nicht mehr gewohnt ist. Die Transparenz im Klang ist da, aber nicht die Eleganz, die "délicatesse", sie fehlen leider völlig.

Aber das ist noch nicht das Schlimmste. Es gibt nicht wenige Stellen, an denen sich Instrumentengruppen reiben, also ein My "auseinander" sind, was stellenweise wirklich falsch klingt. Die Hornisten im ersten Konzert und auch die Blockflötengruppe im vierten Konzert spielen permanent etwas zu tief. Das ergibt dann eine Klangmischung, die bisweilen an die Schmerzgrenze geht ...

Diese Neueinspielung erinnert an einigen Stellen an Aufnahmen mit Nikolaus Harnoncourt und seinem Ensemble Concentus Musicus Wien aus dem Jahr 1964, also aus der Anfangszeit der historisch-informierten Aufführungspraxis, in der die Spieltechnik der historischen Instrumente noch nicht in allem rekonstruiert war.

Auch da wurde noch mit weniger Leichtigkeit gespielt, man hat den Notentext noch "buchstabiert" und nicht vorgetragen Heute hat man aber die Spieltechnik wiedergewonnen und es gibt sehr, sehr viele Barockorchester, die diese Technik beherrschen, die perfekt spielen. Man kann es heute also besser machen, so etwas muss nicht mehr sein!

Claus Fischer, kulturradio

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