Joyce DiDonato: Into the Fire © Erato
Bild: Erato

Gesang - "Into the Fire"

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Im Zentrum der neuen CD von Joyce DiDonato steht ein kleiner Liederzyklus des amerikanischen Komponisten Jake Heggie. Moderne Musik, aber nicht "zu modern"?

Zum Teil harsche Verrisse erntete die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato für ihr neues Album, basierend auf einem Live-Liederabend in der Londoner Wigmore Hall. Der halbstündige Camille Claudel-Zyklus des amerikanischen Komponisten Jake Heggie wird da zum Anlass für ein Bouquet von Richard Strauss-Liedern genommen, ergänzt durch die "Trois Chansons de Bilitis" von Claude Debussy und einen Quartett-Satz des belgischen César Franck-Schülers Guillaume Lekeu.

Kein Ausrutscher

Doch, abgesehen von eher geringen Idiomatik-Abzügen bei der Wertung der Strauss-Lieder, erweist sich das Programm als mutig, zur Stimme des Stars passend und hochprofessionell ausgeführt. Auch dass Heggie ("Dead Man Walking")sich um die europäischen Dogmen der Neuen Musik nicht schert, ist eher zu begrüßen. Kleinere stimmliche Unebenheiten mögen dem Live-Charakter geschuldet sein.

Der Abend, begleitet und arrangiert für das vortreffliche Brentano-Quartett, zeigt weit mehr Mut als man dies landauf, landab von Lieder-Recitals gewohnt ist. Nein, ganz im Gegenteil: Joyce DiDonato stellt mit dem Album ihre superiore Stellung als eine der wohl fünf besten Sängerinnen der Gegenwart souverän unter Beweis. Dies ist kein Ausrutscher.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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