Renée Fleming: Broadway © Decca
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CD-Kritik - "Broadway"

Bewertung:

Auf ihrer neuen CD präsentiert die amerikanische Sopranistin Renée Fleming eine Sammlung von Broadway-Titeln. Ein Nachspiel im Musical?

Im vergangenen Jahr beendete Renée Fleming ihre große Opernkarriere. Im Frühjahr schon stand sie am Broadway in "Carrousel" auf der Bühne. So präsentiert sich ihr Broadway-Album mit 17 echten Fleming-Premieren aus dem Bereich des Musicals einerseits als Nachzügler zu einer der glamourösesten Opernkarrieren der letzten 25 Jahre. Und womöglich als Auftakt zu einer kleinen Musical-Karriere. Ausschnitte aus "Carrousel" fehlen auf dem Album (vielleicht kommt da noch eine Gesamtaufnahme hinterher). Stattdessen bieten die Titel von John Kander, Jerome Kern, Cole Porter, Richard Rodgers, Stephen Sondheim, Jeannie Tesori, Meredith Willson, Maury Yeston u.a. eine große Auswahl aus teilweise bekannten, vielfach auch unbekannteren Musicals.

Keinerlei Berührungsängste

Die Stimme schmeichelt, charmiert und changiert wie eh und je. Da die Sängerin schon in New Yorker Jazz-Clubs reüssierte, ist mit keinerlei Berührungsängsten mit dem Genre zu rechnen. Wenn trotz aller Stilechtheit keine große Begeisterung aufkommen will, so liegt das wohl auch an der zu großen Ähnlichkeit der meisten, eher gemessenen und temperierten Titel untereinander. Temperamentvollere Feelgood-Aspekte des Genres scheinen eher ausgeblendet.

Richtig hingerissen ist man nicht

Dass die Sängerin manchmal ein wenig "drücken" muss, mag auf kleinere Blessuren der Stimme zurückzuführen sein – immerhin wird Fleming Anfang nächsten Jahres 60 Jahre alt. Die Arrangements sind sehr unterschiedlich, teilweise jazzig, loungig oder nightclubmäßig. Dass für die Aufnahme nicht weniger als sieben Studio-Tage gebraucht wurden, verteilt auf vier Wochen und zwei Kontinente, lässt auf Mühewaltung, aber auch auf Mühe beim Zustandekommen dieses Albums schließen. Schön, dass es dazu gekommen ist. Richtig hingerissen ist man nicht.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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