"the wind blows", Chormusik von Alfred Janson; Montage: rbb
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Chormusik - "the wind blows"

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Det Norske Solistkor – der Norwegische Solistenchor – hat unter der Leitung von Grete Pedersen eine CD mit Werken von Alfred Janson herausgegeben. Es ist eine überzeugende, gelungene CD geworden.  

Der norwegische Komponist wurde am 3. März 1937 geboren und komponiert Werke, die von unterschiedlichen Stilrichtungen beeinflusst sind. Seine Beschäftigung mit der Musik begann mit dem Akkordeon, mit dem er schon als Knabe Geld verdient hat, indem er in Restaurants gespielt hat. Später gab ihm seine Mutter Klavierunterricht und er hat zusätzlich Komposition studiert.

Er sagt, dass ihn alle Musik interessiere, nur Wagner und die Wiener Operette nicht … Er hat viel im Jazz gearbeitet, als Jazz Pianist und Arrangeur, und so fließen auch diese Elemente in seine Kompositionen ein. Aber auch die norwegische Folklore inspiriert ihn. So kann man in seinen Chorwerken unterschiedliche Stile entdecken.

Det Norske Solistkor

Abgesehen vom Opernchor ist "Det Norske Solistkor" der einzige professionelle Chor in Norwegen. Er wurde 1950 von Knut Nystedt gegründet und 1990 von Grete Pedersen übernommen.

Der Chor arbeitet mit einer Stammbesetzung von 26 Sängerinnen und Sängern und wird bei Bedarf aufgestockt. Hier singen 35 Mitglieder. Der Chor gehört zu den führenden Chören Europas, liebt ein breitgefächertes Repertoire und konnte sich schon über etliche Auszeichnungen freuen.

Stilsicherheit und Klangvielfalt

Mit dieser CD kann man den vielseitigen Komponisten kennenlernen, dessen Chorlieder nicht außergewöhnlich "modern" klingen, sondern teilweise eher traditionell gesetzt sind. Die Lieder bedienen auch keinen wirklich neuen Aspekt - so komponiert man eben heute für Chöre (Ligeti lässt grüßen, aber auch andere Komponisten schreiben in dieser Art …).

Man hört, dass der Norwegische Solistenchor diese Werke gerne singt - er macht jedes Lied zu einem kleinen Kunstwerk. Er beherrscht alle Tugenden des Chorgesanges, zu denen auch die Stilsicherheit und die angepasste Klangvielfalt gehören.

Sicherlich gab es schon in der Einstudier-Phase einen engen Kontakt zum Komponisten, denn Alfred Janson spielt im Begleitensemble mit (Melodica), so dass er bei der Erarbeitung der Interpretationen seine Wünsche deutlich machen konnte. Seinem Namen folgend besitzt der Norwegische Solistenchor einen breiteren, substanzreicheren Chorklang als andere Kammerchöre und räumt dem einzelnen Sänger mehr Raum zur individuellen Entfaltung ein.

Astrid Belschner, kulturradio

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