A Light in the Dark - Schostakowitsch; Montage: rbb
Bild: Ars Produktion

Orchester - A Light in the Dark - Schostakowitsch

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Mit größter Klarheit interpretiert die Pianistin Sabine Weyer das Klavierkonzert Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

Hell und klar klingt die Musik von Dmitri Schostakowitsch auf dieser CD. Mit spielfreudiger Eleganz befreit das Orchester aus dem nordrhein-westfälischen Herford den russischen Komponisten von jeglichem Pathos.

Auftakt

Mit der 1954 komponierten Festlichen Ouvertüre wird gleich zu Beginn ein rauschendes Bläserfest gefeiert. Strahlende Trompeten erzählen dabei vielleicht auch von der Erleichterung des Komponisten: Nach dem Tod Stalins im Jahr zuvor, konnte Schostakowitsch endlich aufatmen – der notorische Argwohn des Diktators hatte den Komponisten über Jahrzehnte in Todesangst versetzt.

Hauptwerk

Ausgerechnet mit der als "Siegeshymne" erwarteten 9. Sinfonie hatte sich der Komponist 1945 wieder einmal bei der sowjetischen Kulturbürokratie unbeliebt gemacht. Schon der erste Satz, der in dieser gelungenen Aufnahme bisweilen wie überdrehte Zirkusmusik klingt, hatte 1948 die russischen Kulturfunktionäre empört und zum Verbot der Sinfonie geführt.

In der leichten, dennoch nie oberflächlichen Interpretation führt Erich Polz mit dem Orchester vor, wie erfrischend unpathetisch eine Schostakowitsch-Sinfonie gespielt werden kann.

Prunkstück

Einer klugen Programmatik folgend, ist auf dieser CD zwischen Ouvertüre und Sinfonie das 1957 uraufgeführte Klavierkonzert Nr. 2 platziert. Geschrieben für seinen Sohn Maxim, reist Schostakowitsch hier in drei Sätzen durch den russischen Klavierkosmos. Die geforderte Virtuosität zeigt Sabine Weyer mit leichtem Anschlag, die etüdenhaften Läufe im Schlusssatz lassen sie brillieren. Besonders gut aber gelingt ihr der langsame zweite Satz. Hier klingt Schostakowitsch urplötzlich wie Rachmaninoff – ein sorgfältig geplanter Ausflug in die Spätromantik, den Schostakowitsch genossen haben wird und den heutige Pianisten deshalb auch genießen sollten.

Aber Vorsicht: Weniger erfahrene Interpreten können hier schnell in die Kitsch-Falle geraten. Doch Sabine Weyer bleibt in diesem Satz bei ihrer konsequent analytischen Sichtweise – eine Pianistin, die genau weiß, wie "ihr" moderner Schostakowitsch klingen soll.

Hans Ackermann, kulturradio

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