"Elsa Dreisig: Miroir(s)"; Montage: rbb
Bild: Warner

CD-Kritik - "Miroir(s)"

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Auf ihrer Debüt-CD bei Warner singt die dänische, an der Berliner Staatsoper beheimatete Sopranistin Elsa Dreisig Werke quer durch den italienischen und französischen Garten. Eine Berliner Entdeckung!?

Auf ihrer Debüt-CD hat sich die junge dänische Sopranistin Elsa Dreisig, die zum Ensemble der Berliner Staatsoper gehört, für einen ziemlichen Parforce-Ritt entschieden: von Mozarts Gräfin bis zu Strauss' Salome, von Gounods Marguerite und Juliette bis zu Massenets Thais und Puccinis Manon Lescaut reicht ihre Rollenwahl. Der brennend intensive, zum Reißen gespannte, sengende und helle Sopran gibt sich dabei keinerlei technische Blöße. Allerdings wirkt der Mut zu heftigen Rollen vielleicht etwas überspannt.

Dramaturgie originell aber gewollt

Die Dramaturgie, in der vier große Frauenrollen (Manon, Juliette, Rosina und Salomé) an jeweils zwei verschiedenen Werken und Komponisten einander gegenübergestellt werden, erscheint originell, aber gleichfalls etwas gewollt. Für den Titel "Miroir(s)" gab wahrscheinlich doch eher den Ausschlag, dass die Sängerin, wie sie im Booklet schreibt, als Kind so gern vorm Spiegel gesungen hat.

Fabalhaft umgesetzt

All dies würde man vielleicht kritischer sehen, wäre die Umsetzung nicht so fabelhaft gelungen. Die Spitzentöne schweben bei Mozart, gleißen bei Strauss – und mit den Arien aus "Roméo et Juliette" von Gounod (Originalfassung!) und vom Berliner Beethoven-Zeitgenossen Daniel Steibelt hat die Sängerin sogar zwei echte Weltersteinspielungen im Gepäck. Nur Michael Schönwandt am Pult des Opernorchesters Occitanie von Montpellier begleitet etwas schwerfällig. Unter Berliner Aspekten indes: eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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