Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2, Auferstehungssinfonie © BR Klassik
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Chormusik - Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2, "Auferstehungssinfonie"

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Die 2. Sinfonie von Gustav Mahler, die Auferstehungssinfonie, ist mit Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, sowie mit den Solistinnen Anja Harteros und Bernarda Fink, unter der Leitung von Mariss Jansons wiederaufgelegt worden.

Die Interpreten haben das Werk bereits im Mai 2011 im Gasteig in München aufgeführt und aufgenommen - damals im Rahmen der Gesamtaufnahme aller Sinfonien von Gustav Mahler, die als Langzeitprojekt von 1996 - 2016 veröffentlich worden sind.

Die Münchner Musiker wollten damit jenem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen auf den Grund zu gehen, der Mahler sein Leben lang beschäftigt hat.

Die Sinfonien sind mit unterschiedlichen Dirigenten aufgenommen worden, aber diese so wichtige 2. Sinfonie dirigiert der Chef der Bayerischen Klangkörpers selbst: Mariss Jansons.

Mahler und Berlin

Es gibt bei dieser Sinfonie sogar Berlin-Bezüge. Zum einen war Mahler in einer Glockengießerei im Grunewald, um sich über Glocken zu informieren. Nicht nur die "Auferstehungssinfonie" endet mit einem strahlenden Glockenklang, auch in seiner 3. Sinfonie hat er Glocken eingesetzt. (Übrigens heißt die Straße in Grunewald heute nach dieser Gießerei "Glockenstraße".)

Zum anderen hat er die 2. Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern uraufgeführt,

Mehr als nur Orchesterklang

Die Auferstehungssinfonie (dieser Titel stammt allerdings nicht vom Komponisten) ist Mahlers erste Sinfonie, bei der er Singstimmen eingesetzt hat.

Alle orchestralen Effekte waren ausgereizt - eine riesige Besetzung, Fernorchester, Orgel – doch es sollte noch eine Steigerung dazukommen. Das war die menschliche Stimme! Und dadurch konnte er auch konkret werden, denn es gab ja nun einen Text.

So hat Mahler den 4. Satz als Orchesterlied für Altsolo geschrieben (Urlicht) und das Finale hat er mit Sopran- und Altsolo sowie mit einem gemischten Chor erweitert.

Da das Werk sich sozusagen von der Nacht zum Licht entwickelt, setzt der Chor sehr leise, kaum hörbar ein - wie ein Klanghauch. Durchsetzt mit a-cappella-Teilen und vielen motivischen Einschüben steigert sich es sich zum Höhepunkt, bei dem man schließlich auch die Glocken hört. In der Partitur heißt es als Anweisung: "mit höchster Kraftentfaltung". Auch die Orgel ist dabei und hier lautet die Anweisung: "volles Werk". Und für den Schluss wünscht der Komponist: "Scharf abreißen".

Überzeugend und klangschön

Mariss Jansons ist ebenso Mahler-erfahren, wie der Chor und die Solistinnen. Schon der ehemalige Chefdirigenten Rafael Kubelík hatte Anfang der 1960er Jahre die Mahler-Tradition beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks begründet. Seitdem gehören dessen Sinfonien zum festen Repertoirebestandteil.

So überzeugt in dieser Aufnahme nicht nur das Orchester mit seiner Tiefe, Kraft und Klanggewalt, sondern auch der Chor beweist wieder einmal mehr, dass er zu den besten Chören Europas gehört.

Besonders die dynamische Bandbreite, gepaart mit Klangschönheit, Textverständlichkeit und Homogenität, gehört in dieser Einspielung zu den Stärken des Chores. So sollte diese Aufnahme in keinem CD-Regal fehlen!

Astrid Belschner, kulturradio

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