Hector Berlioz: Grande Messe des Mortes; Montage: rbb
Bild: Chandos

Orchester - Hector Berlioz: "Grande Messe des Mortes"

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In der Grieg-Halle in Bergen ist im Mai 2018 die "Grande Messe des Mortes" von Hector Berlioz aufgeführt worden. Dass das Werk trotz seines Reizes selten aufgeführt wird, hat seinen Grund.

Es ist ein Werk, das der Komponist opulent besetzt hat, denn er verlangt mindestens 210 Chorsängerinnen und -sänger, 108 Streicher, 4 Fernorchester, 16 Pauken, 2 große Trommeln, 10 Paar Becken, 4 Tamtams u.s.w. Und er betont, dass diese Besetzung gerne erweitert, ja auch verdoppelt werden könne.

Hier sind zwei Orchester aus Bergen dabei, das traditionsreiche Bergen Philharmonic Orchestra und das Jugendorchester Bergen Filharmoniske Ungdomsorkester, dazu drei Chöre, ein Bläserensemble und der Tenor Bror Magnbus Todenes. Die Leitung hat Edward Gardner.

Facettenreiche Musik

Hector Berlioz komponierte dieses Requiem als Auftragswerk des französischen Staates für die Opfer der Julirevolution von 1830. Die Uraufführung fand aber erst am 5. Dezember 1837 im Rahmen eines Staatstraueraktes für einen im Algerienfeldzug gefallenen General im Pariser Invalidendom statt. Sie wurde für den Komponisten ein triumphaler Erfolg, aber wegen der erforderlichen hohen Zahl an Mitwirkenden wird das Werk trotz seines Reizes selten aufgeführt.

Es ist trotz der großen Besetzung kein ausschließlich pompöses Werk. Die Musik ist facettenreich, nahezu visionär. Auch ist das Werk durchgehend klangschön, ergreifend, auch wild aufbrausend oder schmerzvoll und demütig. Es besitzt theatralische Züge und enthält alle Gefühle, die zu einem Requiem gehören.

Gelungene Aufnahme

Die norwegischen Musiker, der Solist und die Choristen füllen die wunderbaren Kantilenen und emotional unterfütterte Sätze ebenso überzeugend aus wie die großen Tutti-Passagen mit den 4 Fernorchestern, Pauken und Trompeten. Es wurde alles gut studiert und ausgefeilt musiziert und gesungen. Zuweilen merkt man allerdings die Mühe – da fehlt ein wenig der Glanz. Auch lassen die bauchigen Töne des Chores die Anstrengung erahnen, mit der hier gesungen wurde.

Dennoch: Es ist alles in allem eine gelungene und empfehlenswerte Aufnahme geworden!

Astrid Belschner, kulturradio

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