Requiem - The Pity of War; Montage: rbb
Bild: Warner Classics

Lieder - "Requiem - The Pity of War"

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Zum 100. Jahrestag des Kriegsendes im November 1918 gedenkt das Album auch zwei weitgehend unbekannten Komponisten. Beide sind im Ersten Weltkrieg umgekommen.

Rudi Stephan starb als deutscher Soldat im Jahr 1915, ein Jahr später hat George Butterworth als Mitglied der britischen Armee in der Schlacht an der Somme sein Leben verloren.

Liedkunst

Für den Zyklus "A Shrophshire Lad" hat George Butterworth im Jahr 1911 Gedichte von Alfred Edward Housman vertont. Wenig später entstand auch Rudi Stephans Zyklus "Ich will dir singen ein Hohelied" – expressive, jugendliche, spätromantische bis moderne Liedkunst, die das Album mit schmerzlicher Melancholie eröffnet.

Leid

"The Pity of War", das Leid des Krieges, diesen Terminus des britischen Dichters Wilfred Owen hat Benjamin Britten 1962 der Partitur seines "War Requiems" vorangestellt. Aus Verehrung für dieses große Werk gegen den Krieg haben Bostridge und Pappano die vieldeutige Überschrift für ihr Album übernommen. Wilfred Owen ist ebenfalls als Soldat gefallen, im November 1918, nur eine Woche vor dem Waffenstillstand von Compiègne.

Ian Bostridge; © Peter Adamik/EMI Classics
Bild: Peter Adamik/EMI Classics

Kriege

Bostridge und Pappano – die als Duo schon mehrere hervorragende Alben aufgenommen haben – gestalten die zweite Hälfte der CD mit Liedern von Kurt Weill und Gustav Mahler. Weills Vertonungen von Texten des amerikanischen Dichters Walt Whitman – darunter das verstörend-fahle "Beat, Beat, Drum" – verlängern den historischen Zeitstrahl des Albums in beide Richtungen: geschrieben hat Weill die Lieder um 1940, Whitmans Texte aber handeln vom amerikanischen Sezessionskrieg der Jahre 1861 bis 1865.

Stille

So zart und feinfühlig Bostridge und Pappano die Liebeslieder im ersten Teil des Albums interpretieren, so kräftig steigern die beiden Londoner bei Weill und Mahler den dramatischen Ausdruck. Antonio Pappano, überragend als Liedgestalter, lässt seinen Flügel bei Mahlers "Tamboursg'sell" noch einmal in tiefsten Lagen grollen, Ian Bostridge erzählt auch diese leidvolle Geschichte bis zum Schluss – danach herrscht die Stille eines Friedhofs für gefallene Soldaten.

Hans Ackermann, kulturradio

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