Klassik Center Kassel / GWK, © 2018
Bild: Klassik Center Kassel / GWK, 2018

Lieder - "Dichterliebe"

Bewertung:

Auf seiner Debüt-CD singt der junge deutsche Bariton Samuel Hasselhorn Schumanns "Dichterliebe" sowie weitere Heine-Lieder und andere Werke. Unser Kritiker Kai Luehrs-Kaiser hat sich die CD angehört.

Der aus Göttingen stammende Bariton Samuel Hasselhorn (28) gewann im Vorjahr den von Thomas Quasthoff initiierten Lied-Wettbewerb in Heidelberg. Auf seiner Debüt-CD singt er den Zyklus "Dichterliebe" (auf Texte von Heinrich Heine) gleich zwei Mal. Einerseits den üblichen von Robert Schumann, und dann einen zweiten, von zehn verschiedenen Komponisten zusammengesetzten.

Von Carl Loewe über Mendelssohn, Liszt, Grieg, Ives, Wolf und Mussorgsky haben alle möglichen Komponisten des 19. Jahrhunderts Einzelnes aus Heines "Lyrischem Intermezzo" vertont. Lediglich vier Lieder fehlten, die wurden jetzt von dem Henze-Preisträger Stefan Heucke ergänzt.

Großartige CD

Hasselhorns Wettbewerbs-Erfolg in Heidelberg war souverän (und wurde durch eine Festanstellung an der Wiener Staatsoper belohnt). Sein Eindruck auf der CD ist aber überragend viel besser! Der vornehme, dabei jugendliche Bariton verfügt über starke Ansätze zum Grandseigneuralen, zu Prinzipienfestigkeit und lupenreinen Tugenden eines Schwiegersohns.

Die aber werden durch Kraft und Temperament angenehm konterkariert. Hasselhorn vermag die Stimme trompetenhaft zu begradigen und zu 'recken', aber ebenso lyrisch weich zu werden, wo es gerade passt. Nicht nur die Textverständlichkeit ist annähernd vorbildich. Der Sänger steigt auch semantisch in die Bedeutung der Heine-Texte ein. Und beginnt zu erzählen. Programmatisch wie qualitativ setzt er sich an die Spitze der zurzeit erfreulichen neuen Lied-Bewegung. Großartige CD!

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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