Caro Gemello: Valer Sabadus © Sony
Bild: Sony

"Farinelli"-Arien - Valer Sabadus: "Caro Gemello"

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Auf seiner – in kürzester Zeit – bereits siebten Solo-CD singt der Countertenor Valer Sabadus Arien von Porpora, Hasse, Caldara und weiterer Barockmeister. Unser Kritiker Kai Lührs-Kaiser hat sich die CD angehört.

Auf seinem bereits siebten Solo-Album (dem vierten bei Sony) widmet sich der Countertenor Valer Sabadus der Beziehung zwischen dem Kastraten Farinelli und dem Librettisten Metastasio. Beide lernten einander 1720 in Neapel kennen. Farinelli debütierte 15-jährig in "Angelica e Medoro" von Nicola Porpora, und Metastasio, fünf Jahre älter, hatte das Libretto geschrieben.

Zwar blieb es die einzige Zusammenarbeit, bei denen die beiden direkt miteinander zu tun hatten. Begründete jedoch eine jahrzehntelange Brieffreundschaft, in deren Verlauf sie einander "Caro Gemello" („Lieber Zwilling“) titulierten und eine Art künstlerisches Bündnis schmiedeten.

Ein erfreuliches Konzept-Album

Als 'Vater der opera seria' steht Metastasio für eine stilistische Verinnerlichung Farinellis – weg vom bloßen Virtuosentum. Darin kommt er der ausgesprochen weichen Countertenor-Stimme von Valer Sabadus sehr entgegen. Einiger weniger Seifenflocken des Timbres unerachtet, besteht dessen Besonderheit gerade in einer stimmschönen Defensivität, die ihn eher als Konzert- denn als Opern-Countertenor ausweist.

Auf Schallplatten nützt dies dem psychologischen Vortrag der Opernrollen um so mehr. Ein erfreuliches Konzept-Album, welches dem Sänger ein sehr gutes, aktuelles Zeugnis ausstellt.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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