Cellokonzerte von 1966 © Myrios Classics
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Orchester - "Cellokonzerte von 1966"

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Das zweite Cellokonzert des georgischen Komponisten Sulchan Zinzadse wurde 1966 uraufgeführt - im gleichen Jahr wie das Cellokonzert Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

Nur etwa eine Generation liegt zwischen den beiden Komponisten der Moderne, die Maximilian Hornung für dieses Album ausgesucht hat: Dmitri Schostakowitsch wurde 1906 in Sankt Petersburg geboren, Sulchan Zinzadse 1925 im georgischen Gori.

Erzählungen

In beiden Werken nimmt das Cello von Anfang an eine erzählerische Haltung ein, so wie Zinzadses Konzert in seinen fünf Teilen nicht in "Sätze", sondern in "Episoden" unterteilt ist.  Und wenn in der ersten Episode das Cello zunächst allein mit dem getragenen Thema beginnt, scheint auch das Orchester erst einmal nur zuzuhören, langsam finden sich dann die anderen Orchesterstimmen ein. Nach dem gleichen Prinzip hat auch Schostakowitsch den ersten Satz seines Konzertes entwickelt. Äußerst feinfühlig gestaltet Andris Poga diesen Dialog zwischen dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Solisten Maximilian Hornung, der seine Erzähler-Rolle bei Zinzadse in fünf Episoden, bei Schostakowitsch in drei Sätzen virtuos gestaltet.

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Kreise

Wenn Hornung jetzt Zinzadses Konzert in den Mittelpunkt des Albums stellt, schließen sich große "cellistische" Kreise: der 1991 in Tiflis gestorbene Zinzadse -  ein hervorragender Cellist, der in Moskau beim gleichen Lehrer wie Mstislaw Rostropowitsch studiert hat -  war seinerseits Lehrer des georgischen Cellisten Eldar Issakadze, der wiederum einer der Lehrer von Maximilian Hornung wurde. Nicht zuletzt durch diesen persönlichen Hintergrund konnte der 1986 in Augsburg geborene Hornung seine äußerst authentische Interpretation beider Konzerte entwickeln.

Instrument des Jahres

Während Hornung in diesen Wochen in verschiedenen deutschen Städten das gut bekannte Cellokonzert von Robert Schumann aufführt, präsentiert er auf der CD mit Zinzadses Konzert eine echte Entdeckung -  die man sich gerade in der Kombination mit den Cellokonzerten von Dmitri Schostakowitsch ebenfalls auf der Bühne wünschen würde. In wenigen Wochen wird das Violoncello vom Saxofon als "Instrument des Jahres" abgelöst, mit dem Album hat Maximilian Hornung dem Cello-Jahr 2018 noch einmal einen Höhepunkt hinzugefügt.

Hans Ackermann, kulturradio

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