War & Peace 1618 - 1918 © Deutsche Harmonia Mundi
Bild: Deutsche Harmonia Mundi

Kammermusik - "War & Peace 1618 - 1918"

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Das hervorragend konzipierte Album zum 100. Jahrestag des Kriegsendes im November 1918 blickt mit Liedern und instrumentalen Zwischenspielen bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück.

Es geht ein’ dunkle Wolk’ herein - treffender als mit diesem Lied aus dem Dreißigjährigen Krieg kann die Angst vor Krieg und Zerstörung kaum beschrieben werden. Mit Komponisten wie Heinrich Schütz und Samuel Scheidt, aber auch mit Liedern von Friedrich Hollaender und Hanns Eisler widmen sich Dorothee Mields und die Lautten Compagney in vier Kapiteln den Kriegen, die zwischen 1618 und 1918 die Welt erschüttert haben.

Stimmung

In den ersten beiden Kapiteln, überschrieben mit "Angst" und "Katastrophe", überwiegt noch die dunkle, elegische Stimmung. Aber wenn Dorothee Mields mit ihrem hellen, klaren Sopran in dritten Kapitel "Vergänglichkeit" das Kabarettlied "Wenn ick mal tot bin" von Friedrich Hollaender anstimmt, kommt humorvoller Sarkasmus hinzu.

Phantasie

Mit abwechslungsreichen Arrangements begleiten und erweitern die Musiker der Lautten Compagney den Vortrag der erstklassigen Sängerin. Aber auch  in den Bearbeitungen von Gymnopédies und Gnossiennes des französischen Komponisten Erik Satie wird die unbegrenzte Phantasie dieses Ensembles deutlich. Dieser klangliche Einfallsreichtum ist zweifellos ein "Markenzeichen" des 1984 an der Berliner Hochschule für Musik "Hanns Eisler" gegründeten Lautten Compagney. Dessen Leiter Wolfgang Katschner sieht im Umgang mit Alter Musik eine besondere Herausforderung: "In den Drucken und Handschriften finden sich extrem wenig Informationen notiert  - und doch verbergen sich dahinter ganze Welten von musikalischem Ausdruck".

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Kontraste

In der kontrastreichen Aufeinanderfolge von Alter Musik und Moderne verbindet Wolfgang Katschner mit seinem Ensemble überzeugend und ohne Brüche die Musik verschiedener Jahrhunderte. Und so sind Samuel Scheidt und Hanns Eisler, Heinrich Schütz und Friedrich Hollaender auf dieser Doppel-CD nicht nur thematisch, sondern auch klanglich aller bestens verzahnt und verbunden - obwohl rund 300 Jahre "Krieg und Frieden" zwischen diesen Komponisten liegen.

Hans Ackermann, kulturradio

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