Igor Shamo: Sämtliche Werke für Klavier © Piano Classics
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Kammermusik - Igor Shamo: Sämtliche Werke für Klavier

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Von der barocken Fuge bis zur ukrainischen Volksweise reichen die Einflüsse, die der 1925 in Kiew geborene Komponist Igor Shamo in seinen Werken anklingen lässt.

1951 hat Igor Shamo sein Studium als Pianist und Komponist am Konservatorium in Kiew abgeschlossen. In der Hauptstadt der Ukraine komponierte er bis zu seinem Tod 1982 Opern, Filmmusik und Orchesterwerke, aber auch Kammermusik und ein hörenswertes Repertoire für Klavier solo.

Vielfalt

Das Album gibt auf drei CDs eine vollständigen Überblick über diese Solowerke, die wie Shamos "Ukrainische Suite"  von Volksweisen beeinflusst sind, gleichzeitig aber auch barocke Polyphonie oder die Klangmalerei französischer Klavierkomponisten hörbar werden lassen.

Farben

In seinen "Bildern russischer Maler" ist der Komponist auf den Spuren von Modest Mussorgsky unterwegs. Beeindruckend, wie Dimitri Tchesnokov flinke Eichhörnchen durch ukrainische Wälder huschen lässt - schnell und leise hüpfen die Finger des Pianisten dabei über die Tastatur, im Bild "Morgens im Wald", 1959 von Igor Shamo komponiert.

Freiheit

1982 geboren, hat Dimitri Tchesnokow als hochbegabter Jungstudent am Kiewer Konservatorium schon mit 12 Jahren Werke von Igor Shamo aufgeführt - für ihn ein "Meister des 20. Jahrhunderts", dessen konsequente Verknüpfung von klassischer Stilistik mit moderner Musik bis heute seine Einordnung erschwert - was seinen Unbekanntheitsgrad erklären könnte. Manches  - wie die "Aquarelle" - klingt nach freier Jazzimprovisation, in seinen "Preludes" reizt Shamo die Spieltechnik und Klangwelt  des Klaviers ebenfalls mit größter Freiheit aus, selbst seine "Klassische Suite" benutzt zwar traditionelle Satzbezeichnungen wie Courante und Gigue, die Musik aber ist von der Steifheit höfischer Tänze meilenweit entfernt.

Virtuos zwischen allen Stilistiken pendelnd, hat sich Shamo aus freier Improvisation und grosser russischer Klavierschule einen ganz eigenen pianistischen Kosmos geschaffen - in dem sich Tchesnokow mit Virtuosität und Phantasie frei bewegt.

Hans Ackermann, kulturradio

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