"Le Bal des animaux"; Montage: rbb
Bild: Harmonia Mundi

Lieder - "Le Bal des animaux"

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Sophie Karthäuser singt französische Lieder, in denen diverse Tiere vorkommen. Eigentlich keine schlechte Idee!?

Auf ihrer CD "Le Bal d'animaux" versammelt die belgische Sopranistin Sophie Karthäuser eine ganze Menagerie französischen Geflügels und Viehzeugs: Raben (Offenbachs "Le Corbeau et le Renard"), Lerchen (Lalos "Chanson de l'alouette"), Eulen (Déodat de Sévéracs "Les Hiboux") und Nachtigallen (Reynaldo Hahns "Le Rossignol des lilas"), außerdem einen Pfau ("Le Paon") und einen Schwan ("Le Cygne"), beide von Ravel, sowie Mäuse, Katzen, Schlangen und etliches andere Getier.

Es scheint, als habe das französische Kunstlied zwischen Romantik, Belle époque und Moderne eine besondere Tierliebe an den Tag gelegt. Zwischen dem Geburtsdatum des ältesten Komponisten, Jacques Offenbach, und dem Sterbetag des Jüngsten, Francis Poulenc, liegen fast 150 Jahre, trotzdem wirken die Werke fast wie auf einem einzigen Jagdausflug durchkomponiert.

Tatsächlich, so scheint es, kann das deutsche Lied trotz etlicher Forellen, Nachtigallen usw. auch mit dieser Tier-Trefferdichte kaum konkurrieren. Und dabei ist der Ober-Ornithologe unter den französischen Komponisten, Olivier Messaien, hier noch nicht einmal mit von der Partie.

Sophie Karthäuser, Sopranistin; © Josep Molina
Bild: Josep Molina

Sophie Karthäuser verfügt über einen lichten, leichten Sopran oberer Baumregionen. Dank einer flirrenden, farbigen Mittellage vermag sie die Stimme gleichsam von Innen heraus zu erwärmen. Was der Vielgestalt der Lieder außerordentlich zugute kommt.

Witzig begleitet wird Karthäuser von dem britischen Pianisten Eugene Asti. Hiermit steigt sie in die erste Liga französischer Sopran-Solistinnen auf – in der qualitativen Nachfolge einer Natalie Dessay und neben der (etwas virtuoser veranlagten) Sabine Devieilhe.

Ein sehr originelles Album.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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