Odi et Amo © Rondeau
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Knabenchor trifft Rockband - "Odi et Amo"

Bewertung:

Die CD "Odi et Amo - Knabenchor trifft Rockband" mit dem Knabenchor Uetersen und etlichen Solisten und Instrumentalisten unter der Leitung von Hans-Joachim Lustig klingt natürlich anders als die üblichen klassischen Chor-CDs, denn hier wird der Chor von einer Rockband begleitet, was ihm eine enorme Stimmkraft abverlangt.

"Odi et Amo" ist die Vertonung von Versen, die der römische Dichter Catull im 1. Jahrhundert vor Christus an seine Frau Lesbia geschrieben hat. Der lettische Komponist hat dieses Werk schon 1999 in Riga aufgeführt, hier aber eine erweiterte Fassung vorgelegt. Mit dabei ist jetzt auch die Obertonsängerin Anna-Maria Hefele, die auch diverse alte bzw. klassische Instrumente spielt, wie Tastenfiedel, Harfe oder Mandoline. Und natürlich begleitet wieder eine Rockband.

So gibt es Sätze, die an die "Alte Musik" angelehnt sind, aber auch Sätze, bei denen die Knaben sehr forciert singen müssen, um sich den Instrumenten gegenüber behaupten zu können, und wo mit modernen Mitteln, wie Sprechen oder Schreien - oder auch einem Rap - gearbeitet wird.

Frisch und engagiert

Dem Chor kommt bei diesem Werk die tragende Rolle zu. So fällt positiv auf, dass alles gut studiert und in sich stimmig aufgenommen worden ist. Manchmal ist allerdings die Intonation nicht ganz 100%ig, was aber bei dem oft forcierten Gesang nicht ganz leicht ist, zumal man zum Ende hin merkt, dass die Knaben etwas ermüden. Es ist für alle Beteiligten eine Herausforderung, diesem vielschichtigen Werk gerecht zu werden, was aber im Großen und Ganzen gut gelingt!

Das wichtigste ist die Begeisterung, die alle Beteiligten aufbringen! So klingt diese Interpretation des Werkes frisch, lebendig und mitreißend!

Astrid Belschner, kulturradio

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