Cornelius Meister und ORF Symphonie-Orchester
Bild: Capriccio

Orchester - Cornelius Meister: "Igor Stravinsky & Dmitri Shostakovich"

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Mit zwei großen Werken der Moderne hat sich Cornelius Meister in Wien als Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters verabschiedet.

Nach seinem Debüt mit 21 an der Hamburger Staatsoper hat der 1980 geborene Cornelius Meister als Dirigent in Heidelberg und zuletzt in Wien gearbeitet. Seit 2018 ist der gebürtige Hannoveraner nun Generalmusikdirektor des Württembergischen Staatsorchesters an der Stuttgarter Staatsoper.

Gebildet

Als Sohn von Konrad Meister, Pianist und Professor an der Musikhochschule Hannover, hatte Cornelius Meister von frühester Kindheit an allerbesten Unterricht am Klavier. Dirigieren lernte er in Hannover bei Eiji Oue, später bei Dennis Russel Davies in Salzburg. Als Assistent von Pierre Boulez konnte der 38 Jahre alte Dirigent seine Expertise für die Werke der Moderne weiter vervollständigen.

Modern

Mit Stravinskys "Feuervogel-Suite" und der mächtigen Sinfonie Nr. 12 von Dmitri Schostakowitsch hat sich Cornelius Meister für seinen Abschied aus Wien zwei zentrale Werke des 20. Jahrhunderts ausgesucht. Dabei markiert Stravinskys Ballettsuite von 1910 den expressiven Beginn des modernen Zeitalters. Die 1960 von Schostakowitsch komponierte Sinfonie Nr. 12 gibt mit ihrer monumentaler Wucht und der ideologischen Widmung an "Lenin" allerdings immer noch Rätsel über das Verhältnis des Komponisten zum Sowjetstaat auf.

Transparent

In höchster klanglicher Transparenz hat Meister beide Werke in idealer Umgebung aufnehmen können: live im Wiener Konzerthaus. Dort wurden feinste dynamische Abstufungen aufgezeichnet - vom zarten Flügelschlag geheimnisvoller Vögel bis zum Kanonendonner der russischen Revolution.

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien wird ab Herbst 2019 von der New Yorker Dirigentin Marin Alsop geleitet. Sie wird dann ein hervorragendes Orchester übernehmen, vorbereitet von Cornelius Meister, der zuletzt auch als "Dirigent des Jahres 2018" mit dem Opus Klassik-Preis ausgezeichnet wurde.

Hans Ackermann, kulturradio

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