cover: Joyce DiDonato: Songplay
Bild: Erato

Arien, Lieder und Songs - Joyce DiDonato: "Songplay"

Bewertung:

Das neue Album der Mezzo-Diva Joyce DiDonato, betitelt "Songplay", ist verjazzt ... !

Sei es, dass sie sich zu ihrem 50. Geburtstag (letzte Woche) etwas gönnen wollte. Oder dass sie seit Jahren schon einen Phantomschmerz verspürte, der schon so viele amerikanische Klassik-Sängerinnen befallen hat. Das neue Album der Mezzo-Diva Joyce DiDonato, betitelt "Songplay", ist verjazzt ... !

Stimmlich auf der einsamen Höhe ihres Könnens

Genau genommen enthält es zumeist Stil-Mixe aus Barock und loungigem Jazz, wofür sie sich ausgezeichnete Musiker wie den Trompeter Charlie Porter und den Schlagzeuger Jimmy Madison ausgeliehen hat. Stimmlich präsentiert sich die Sängerin auf der einsamen Höhe ihres Könnens. Ja, sie streckenweise klingt so stimmschön, sahnig und ausgeglichen, dass man Renée Fleming zu hören glaubt.

Das Problem

Das Problem: Da der Gesang klassisch schulgerecht und dezent bleibt, wollen sich die Jazz-Arrangements von Arien von Vivaldi, Paisiello, Conti u.a. nicht so recht verbinden. Spontane Reaktion: "Das ist ja völlig überflüssig!" Nun bleibt das selbstverständlich Geschmacksache. Verjazzter Barock ist seit Jacques Loussiers Erfolgsstrecke mit "Play Bach" nichts Besonderes mehr. Das erhöht indes nicht den Originalitätswert dieses Projekts; welches noch dazu inkonsequent wird, wenn DiDonato reine Jazz- oder Musical-Titel von Jerry Bock (aus "She Loves Me!"), Rodgers & Hart und Duke Ellington mit druntermischt (teilweise mit Bach-Vorspielen bekleckert wie im Fall von George Shearings "Lullyby of Birdland").

Akzeptabel

Nicht verschwiegen sei, dass ein verborgener Bonus-Track (im Booklet nicht ausgewiesen) den Mitschnitt eines Vorsingens von Joyce DiDonato liefert, mit dem sich die Sängerin vor 30 Jahren wohl an der Hochschule bewarb. Da sitzt noch nicht alles so gut wie heute... Als Geschenk, das sich die Sängerin selber macht, ist das Album akzeptabel. Richtig gut finde ich weniges darauf.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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