Alexander Krichel: An die ferne Geliebte
Bild: Sony Classical

Alte Musik - Alexander Krichel: "An die ferne Geliebte"

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Mit seinen Aufnahmen von Chopin, Rachmaninow und Liszt hat sich Alexander Krichel als junger Romantiker etabliert. Das Thema der romantischen Liebe bestimmt seine neue CD: ein locker assoziiertes Konzeptalbum mit einem großen musikalischen Bogen.

Beethovens titelgebender Liederzyklus "An die ferne Geliebte" eröffnet das Programm wie ein Motto. Auch wenn die Lieder von Liszt transkribiert wurden, bleibt Virtuosität hier außen vor. Stattdessen lauscht der Pianist einer durch den Tod beendeten Liebe innig nach. Alexander Krichels lyrischer Ton, seine feinen Tempo-Veränderungen geben der Trauer eine Stimme edler Beherrschung.

Die übrigen Stücke der CD wollen nicht recht zu diesem Zyklus passen. Schumanns poetisch-virtuose Verehrung eines möglichen Schwiegervaters in den "Symphonischen Etüden", Wagners schwülstige Entgrenzungsfantasie in "Isoldens Liebestod" und Kreislers Salonzuckerstückchen weisen jeweils in eine völlig andere Richtung. Sie lassen sich einfach nicht auf einen Nenner bringen oder in ein Konzept zwingen.

Konzeptionelle Schwächen

Die Interpretationen des 29 Jahre alten Hamburger Pianisten bewegen sich technisch auf höchstem Niveau, daher treten die konzeptionellen Schwächen umso stärker hervor. Bei Schumann gelingt es ihm nicht, die überschäumende Freude an den verschiedenen Farben des Klaviers zum Ausdruck zu bringen, bei Kreisler geht er einfach zu nüchtern an die virtuosen Kapriolen heran.

Weit besser gelingt Alexander Krichel die fein austarierte Darstellung der Entrückung sowohl bei Beethoven wie auch bei Wagner. Zwischen diesen mächtigen Eckpfeilern seines Albums können sich die anderen Stücke leider nicht glücklich entfalten.

Dirk Hühner, kulturradio

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