"Siebzehn"; © Salzgeber & Co. Medien GmbH
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Spielfilm - "Siebzehn"

Bewertung:

Monja Art hat in ihrem Spielfilmdebüt die Unmittelbarkeit des jugendlichen Lebensgefühls ganz besonders wahrhaftig eingefangen.

Siebzehn ist dieses magische Alter des Umbruchs, eine beunruhigende Zeit voll Möglichkeiten und Hoffnungen, Zweifel und Unsicherheiten: Die Teenager sind keine Kinder mehr, aber auch noch nicht wirklich erwachsen. Gerade war der Film "Mit Siebzehn" des französischen Altmeisters André Techiné in unseren Kinos, der genau dieses flirrende Lebensgefühl thematisierte, das auch die Österreicherin Monja Art  bereits zum Thema ihrer beiden Kurzfilme "Rot" und "Juli" gemacht hat. Nun kommt ihr Spielfilmdebüt "Siebzehn" in unsere Kinos.

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Freundschaft und Liebesbande

Es sind die letzten Wochen vor der Sommerpause, mit dieser besonderen Mischung aus Schulmüdigkeit und Ferienvorfreude. Im Zentrum steht die siebzehnjährige Paula, die meist mit ihren beiden besten Freunden Katrin und Marwin herumhängt. Neben der Freundschaft geht es aber auch um die zarten Liebesbande, die da unter den Schülern geknüpft werden, und da wirft Paula während des Unterrichts immer wieder begehrliche Blicke quer durch die Bankreihen zu Charlotte, die allerdings einen Freund hat. Auch Paula lässt sich auf die Avancen eines Mitschülers ein. Bemerkenswert ist, wie wenig Aufhebens der Film davon macht, dass sich hier ein Mädchen für ein Mädchen interessiert, in einem Coming of Age in dem das Coming out keine große Sache ist.

Fragile und flüchtige Gefühle

Die Unmittelbarkeit des jugendlichen Lebensgefühls hat Monja Art ganz besonders wahrhaftig eingefangen. Bei der Arbeit an ihrem Dokumentarfilm "For ever not alone", in dem es auch schon um Freundschaft, erwachende Sexualität und erste Liebe ging hat sie ein sehr feines Gespür für die fragilen und flüchtigen Gefühle der Jugend entwickelt. Hinzu kommt, dass sie auch autobiografische Aspekte eingearbeitet hat, also ganz bewusst in Niederösterreich gedreht hat, wo sie selber zur Schule ging und auch viele Laiendarsteller eingesetzt hat.

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Luftig leicht und melancholisch

Eine gute Verbündete hat sie in ihrer Hauptdarstellerin, der Theaterschauspielerin Elisabeth Wabisch, die hier ihr Kinodebüt gibt. Zugleich luftig leicht und melancholisch intoniert sie die Wechselhaftigkeit der jugendlichen Gefühle, zwischen Neugier, Trotz und Wut und Zweifel. Fast seismografisch nimmt die ebenso wachsame wie behutsame Kamera diese feinen Gefühlsschwankungen auf, in einem wunderbaren Film, der die Teenager-Verwirrungen des Gefühls flirrend zwischen diskreter Dokumentation und behutsamer Inszenierung einfängt.

Anke Sterneborg, kulturradio

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