"Das Ende ist erst der Anfang", Bouli Lanners, Albert Dupontel © Kris Dewitte
Bild: FilmPressKit

Tragikomödie - "Das Ende ist erst der Anfang"

Bewertung:

Der vierte Film des belgischen Regisseur Bouli Lanners erzählt von der Hoffnung auf Erlösung. Dabei kommt das Lachen nicht zu kurz.

Seine Filme werden mit denen von Quentin Tarrantino oder Kaurismäki verglichen. Und doch ist der belgische Regisseur Bouli Lanners ganz sicher keiner, der einfach abkupfert.

"Das Ende ist erst der Anfang": David Murgia, Aurore Broutin © Kris Dewitte
David Murgia, Aurore Broutin © Kris Dewitte | Bild: FilmPressKit

Skurrile Gestalten

Im Mittelpunkt seines neuen Films stehen zwei wilde Kerle, zwei Auftragskiller - einer mit Schoßhund, gespielt Bouli Lanners selbst. Sie sollen ein Handy, das ihrem Chef entwendet wurde, wiederfinden. Warum und wo genau sie suchen sollen, wissen sie nicht. Und da es zunächst keinerlei Anhaltspunkte gibt, stochern die beiden Killer, die sich miteinander verhalten wie ein altes Ehepaar, hier und da in den Weiten der Landschaft und begegnen den skurrilsten Gestalten.

Da gibt es das Pärchen auf der Flucht vor dem Weltuntergang: Ein Mann und eine Frau, die am Rande der Gesellschaft stehen, nicht "normal" sind, deren Liebe so rein ist, das sie eigentlich nicht von dieser Welt sein kann. Da gibt es den Obdachlosen mit Malen an den Händen: Jesus. Es gibt eine Mumie. Und den Pensionsbesitzer, bei dem das Killer-Duo unterkommt. Ein alter, gebeugter Mann, der eigentlich nur für seine Blumen lebt. Er schenkt den harten Jungs nicht nur ein Ohr und ein bisschen Ruhe, sondern vermittelt ihnen auch seinen besten Freund, den Bestatter: Zwei alte Männer, vielleicht zwei Vaterfiguren, gespielt von Max von Sydow und Michael Londsdale. Die Begegnung mit ihnen führt dazu, dass die beiden Killer ganz nebenbei zu besseren Menschen werden.

"Einsamkeit und Sex und Mitleid" © X Verleih AG
Michael Lonsdale, © Kris Dewitte | Bild: © X Verleih AG

Es ist die Hoffnung auf Erlösung, der diese Figuren entgegenstreben. Jeder für sich. In den menschenleeren Weiten einer rauen und kargen Landschaft. Diese Weite in Verbindung mit der Musik lässt an einen Western denken, doch ist "Das Ende ist erst der Anfang" auch Thriller und Krimi und unbedingt auch eine sehr schräge Komödie – obwohl der belgische Regisseur Bouli Lanners, der auch Drehbuchautor, Schauspieler (u.a. "Von Rost und Knochen") und Maler ist, genau das eigentlich nicht beabsichtigte. Die Geschichte seines vierten Films, so sagt er, erzähle einer, der an Gott glaube und das auch zeigen will. Dass das Lachen dabei nicht zu kurz kommen muss, zeigt dieser Film auf eine wunderbare Art.

Christine Deggau, kulturradio

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